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Tipps für Autoren

Ein Manuskript für ein Buch wird bei einer Gerichtsverhandlung mit einem Streitwert von ca. 10.000,- Euro geschätzt. Die möglichen Prozesskosten liegen in der gleichen Größenordnung. Wer ein Buch oder Artikel schreiben will sollte daher einige Dinge beachten. Dies gilt nicht nur für Computer-Literatur.

Ist der Verlag seriös?

Sicherlich sind die meisten Verlage seriös und streben eine gute und langfristige Zusammenarbeit mit ihren Autoren an. Bei einem Verlag, der ständig neue Autoren sucht, sollte man aber vorsichtig sein. Bleiben Sie auch kritisch, wenn Sie von einem Verlag schon für Artikel gute Honorare bekommen haben. Das können Köder sein.

Ein seriöser Verlag veröffentlicht in der Regel die von ihm angekündigte Bücher. Mit einem Verlag, der viele seiner angekündigten Bücher nicht veröffentlicht, ist eine Zusammenarbeit nicht zu empfehlen. Sie haben ja nichts von Ihrem Werk wenn Sie Ihre Urheberrechte abgeben haben und es nie unter Ihren Namen veröffentlicht wird. Informationen zu angekündigten und veröffentlichten Büchern der Verlage findet man zum Beispiel bei Lehmanns Online Bookshop. Auch wenn ein Verlag seine Periodika (Zeitschriften, ...) nicht regelmäßig publiziert, sollte man vorsichtig sein. Wenn ein Verlag nicht mehr in der Lage ist seine Periodika zu veröffentlichen ist das kein gutes Zeichen.

Rückschlüsse über einen Verlag ermöglichen Rezensionen zu dessen Büchern in der Fachpresse. Den Internetauftritt des Verlages sollte man genau studieren. Veraltete Inhalte und fehlerhafte Links sollten nicht vorkommen. Seriöse Verlage pflegen ständig ihren Internetauftritt.

Einem seriösen Verlag passieren keine gravierenden Fehler. Tippfehler auf der Titelseite einer Zeitschrift, zum Beispiel eine falsche Jahreszahl, sind kein gutes Zeichen. Wenn zum Beispiel Viren in digitalen Medien verbreitet werden, ist das nicht nur sehr peinlich für den Verlag. Auch für den beteiligten Autor wird dies sehr nachteilig sein. Informationen dazu erhält man mitunter durch das Zeitschriften-Archiv des Verlages, das dieser möglicherweise auf seiner Website veröffentlicht.

Laut deutschem und europäischen Gesetz liegt das Urheberrecht automatisch beim Autor, es sei denn er hat sein Urheberrecht schriftlich per Vertrag abgegeben. Trotzdem findet man im Impressum mancher Verlage Sätze wie diesen:
"Mit der Einsendung eines Manuskripts wird die exklusive Veröffentlichung automatisch gestattet."
"Die Verwertung von Texten oder Nutzung von Programmen sind nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags erlaubt."
Solange kein Vertrag zwischen Autor und Verlag abgeschlossen wurde, hat der Verlag keine Möglichkeit dem Autor dieses Recht zu entziehen.

Der Verlagsvertrag

Mit der Unterschrift unter einem Verlagsvertrag tritt man sein Urheberrecht an den Verlag ab. Den Text dieses Vertrages sollte man daher genau überprüfen. Vorteilhaft ist dabei der Rat eines Rechtsanwaltes. Dieser Vertrag darf nicht dem Verlagsgesetz widersprechen.

Achten Sie auf die im Vertrag festgelegten Pflichten des Verlages. Dazu gehört das Honorar. Bei Artikeln wird meist ein festes Honorar berechnet. Bei Büchern werden in der Regel der Preis des Buches, der Autorenanteil, die Auflagenhöhe, der Abrechnungszeitraum und der Auslieferungstermin eindeutig festgelegt. Unterschreiben sie keinen Verlagsvertrag wenn diese Angaben unvollständig sind! Sie verschenken sonst mit Ihrer Unterschrift Ihr Urheberrecht.

Für die Honorar-Abrechnungen ist die Schriftform zu vereinbaren. Die Schriftform ist ein auf Papier gedrucktes und unterschriebenes Dokument. Die Textform ist dagegen auch ein digitales Dokument, zum Beispiel eine E-Mail.

Laut Verlagsgesetz §20 ist es die Pflicht des Verlages das Manuskript zu korrigieren und die Korrekturvorschläge dem Autor zur Genehmigung vorzulegen. Unterschreiben Sie keinem Verlagsvertrag mit dem Sie verpflichtet werden das Manuskript in digitaler Form zur Korrektur zu übergeben. Unterschreiben Sie auch keinen Vertrag der dem Verlag das Recht zugesteht sich in inhaltliche Belange einzumischen.

Eine weitere Aufgabe des Verlages ist das Layout des Buches. Daher kann der Verlag nicht vom Autor verlangen, dass er ein druckreifes Manuskript vorlegen muss. Streichen Sie ggf. dieses Wort.

Bei der Übertragung des Urheberrechts an den Verlag ist folgendes zu beachten. Wenn Sie nur einen Artikel zu einem Thema schreiben, lassen Sie sich nicht durch den Vertrag verbieten bei einem anderen Verlag ein komplettes Buch zu diesem Thema zu veröffentlichen. Streichen Sie diesen Paragraphen im Vertrag.

Nach Verkaufsende des Buches endet auch der Verlagsvertrag. Enthält der Vertrag eine Klausel, die Ihnen auch nach Vertragende verbietet einem anderen Verlag ein Buch zu dem gleichen Thema anzubieten, sollte diese Klausel gestrichen werden.

Bei einer Neuauflage Ihres Werkes ist ein neuer Verlagsvertrag zu unterzeichnen. Keinesfalls sollte man als Autor durch einen Verlagsvertrag für eine Neuauflage verpflichtet werden. Können Sie dieser Verpflichtung nicht nachkommen, stellt Ihnen der Verlag womöglich Schadensersatzforderungen in Rechnung.

Das Manuskript

Laut Verlagsgesetz §20 ist der Verlag verpflichtet das Manuskript zu korrigieren und die Korrekturvorschläge dem Autor zur Genehmigung vorzulegen. Der Autor verbessert dann das Manuskript mit Hilfe der Korrekturvorschläge.

Zum Korrekturlesen ist das Manuskript als Ausdruck per Einschreiben an die Geschäftsadresse des Verlages zu übergeben. Senden Sie nicht das Manuskript in digitaler Form per E-Mail zum Korrekturlesen! Das Schreiben des Manuskripts ist Ihre Pflicht, das Korrekturlesen ist dagegen die Aufgabe des Verlages. Beides muss klar getrennt bleiben. Dies garantiert nur die Schriftform. In der Regel wird jedes Manuskript zweifach korrigiert, da sich auch bei der Korrektur Fehler einschleichen können.

Zur professionellen Korrektur sind vom Verlag die Korrekturzeichen nach DIN 16511 anzuwenden. Kein seriöser Verlag hat Probleme damit. Korrigiert der Verlag Ihr Manuskript nicht ordentlich und krakelt nur unleserlich darin herum, sollte die Zusammenarbeit sofort beendet werden! Bewahren Sie diesen Ausdruck als Beweismittel gut auf. Wenn der Verlag sich sogar weigert Ihnen das Manuskript zur Genehmigung zurück zusenden, sollten Sie Schadensersatzansprüche geltend machen.

Die Aufgabe des Verlages ist die Korrektur der Sprache und nicht des Inhaltes. Rügen Sie den Verlag bei derartigen Versuchen. Keinesfalls darf der Verlag Textpassagen Ihres Manuskripts durch andere Passagen ersetzen. Falls diese Passagen die Urheberrechte von Dritten verletzen, können Sie als Autor strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden!

Wie kündigt man einen Verlagsvertrag?

Ist eine Zusammenarbeit mit dem Verlag nicht möglich, sollte der Verlagsvertrag unbedingt gekündigt werden, damit das Urheberrecht an Ihrem Werk wieder an Sie zurückfällt. Einen Verlagsvertrag zu kündigen ist aber nicht einfach. Man sollte sich dazu unbedingt von einem fachkundigen Rechtsanwalt beraten lassen. Neben den oben genannten Vertragsverletzungen sind Beleidigungen und Herabwürdigungen Ihrer Arbeit als Autor Gründe für eine Kündigung.

Auch fehlende bzw. regelmäßig verspätete Honorarabrechnungen ermöglichen die fristlose Kündigung aller bestehenden Verlagsverträge mit sofortiger Wirkung. Dabei ist wie folgt zu verfahren. Eine fehlende Honorarabrechnung ist nach vertraglich vereinbarten Termin mit einer Fristsetzung von 14 Tagen zu mahnen. Erfolgt die nächste Honorarabrechnung auch nicht pünktlich, ist genauso zu verfahren. Erfolgt eine weitere Honorarabrechnung wieder nicht korrrekt, ist in einem Zeitraum von 10 bis 20 Tagen nach dem vertraglich vereinbarten Termin schriftlich zu kündigen. Dabei empfiehlt sich jeweils die Zustellung per Fax oder besser per Gerichtsvollzieher an die Geschäftsadresse des Verlages. Briefe oder Einschreiben sind nicht zu empfehlen. Briefe können ignoriert werden. Bei Einschreiben kann der Empfänger die Annahme verweigern. Nach der Kündigung sind alle nachfolgenden Honorarabrechnungen zu ignorieren. Keinesfalls sind nach der Kündigung weitere Rechnungen zu schreiben.

Beispiel: Es wurde eine quartalsweise Abrechnung mit einer jeweiligen Frist von 10 Tagen nach Quartalsende vereinbart. Die Abrechnungen müssen Ihnen dann jeweils spätestens am 10. Januar, 10. April, 10. Juli und 10. Oktober schriftlich vorliegen (Brief oder Einschreiben). Kommt der Verlag seiner Verpflichtung nicht nach, ist ihm eine Mahnung zuzustellen. Ist der Verlag mit der nächsten Quartalsabrechnung wieder nicht pünktlich, ist ihm eine weitere Mahnung zuzustellen. Liegt auch die nächste Quartalsabrechnung wieder nicht pünktlich vor, ist in einem Zeitraum von 20. bis 30. des Abrechnungsmonats schriftlich zu kündigen.

Übrigens gelten per E-Mail zugestellte Honorarabrechnungen als nicht zugestellt, wenn zur Honorarabrechnung die Schriftform vereinbart wurde. Man muss dann aber diese per E-Mail zugestellte Honorarabrechnungen vollkommen ignorieren. Das heißt, es sind auch keine entsprechenden Rechnungen zu stellen.

 


«QEMU, Kernel-based Virtual Machine (KVM), Xen & libvirt»
ISBN-13: 9783837008760
Bestellen: www.bod.de/index.php?id=1132&objk_id=109955
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