QEMU unter Microsoft Windows, Qemu-Manager für Windows Version 7.0, WinKVM
(Link zu dieser Seite als [[QEMU-KVM-Buch/ QEMU unter Microsoft Windows]])
qemu-kvm & libvirt
4. Auflage 2010
ISBN: 978-3-8370-0876-0
276 Seiten, 27,27 EUR
Bestellen
[bearbeiten] QEMU unter Microsoft Windows
Unter Microsoft Windows XP/Vista/7 lässt sich QEMU auf zwei Arten installieren. Die eigentlichen Komponenten von QEMU benötigen keine grafische Benutzeroberfläche (GUI). Wer lieber gleich ein Komplettpaket mit grafischer Benutzeroberfläche und Beschleuniger KQEMU möchte, installiert sich den Qemu-Manager für Windows. Es lassen sich beide Versionen gleichzeitig betreiben.
Für ältere Microsoft Windows-Versionen sind ältere QEMU-Versionen zu verwenden (siehe unten). Auch Unter Wine kann man die Microsoft Windows-Versionen von QEMU betreiben (siehe unten).
Es gibt Probleme mit der Unterstützung von KQEMU unter Microsoft Windows 8, da Microsoft Windows 8 bereits als virtuelle Maschine unter Hyper-V läuft.
[bearbeiten] Qemu-Manager für Windows
Download: http://www.davereyn.co.uk/download.htm
Der Qemu-Manager für Windows ist eine einfach zu bedienende grafische Benutzeroberfläche für QEMU. Die Version 7.0 unterstützt die QEMU-Versionen bis 0.11.
[bearbeiten] Installation
Die Installation wird durch Anklicken der Datei setupqemuk70.exe aufgerufen. Der First Run Wizard hilft bei der Konfiguration.
- Automatically check for new Qemu Manager Updates when Qemu Manager starts: Diese Option sollte aktiviert werden, damit der Qemu Manager aktuell gehalten wird.
- Launch Qemu Manager Maximized: Das Fenster des Qemu Managers wird beim Start maximiert.
- Enable Per-VM TAB Memory: Diese Option sollte aktiviert werden, damit sich der Qemu Manager den zuletzt verwendeten Reiter einer virtuellen Maschine merkt.
- On Minimize Dock to System Tray: Nach dem Minimieren des Fensters wird der Qemu-Manager als Icon rechts in der Windows-Statuszeile abgelegt.
- Advanced Options: Wird der Qemu Manager nicht als portable Applikation auf einen USB-Stick installiert, ist diese Option zu aktivieren. Damit ist KQEMU Accelerator Support aktivierbar.
- Install & Enable KQEMU accelerator support: Die Aktivierung dieser Option ist zu empfehlen, da KQEMU die Ausführungsgeschwindigkeiten der virtuellen Maschinen stark beschleunigt. Allerdings unterstützt QEMU nur bis Version 0.11 diesen Beschleuniger. Neuere QEMU-Versionen verwenden KVM unter Linux.
- Install Qemu Manager Monitor Terminal_Hex font to the local computer: Diese Option ist zu aktivieren, damit die Schrift im QEMU-Monitor besser lesbar ist.
[bearbeiten] Quickstart
Nachfolgend werden die Schritte zum Einrichten einer virtuellen Maschine am Beispiel ReactOS (http://www.reactos.org/de/) als Gast-Betriebssystem beschrieben. ReactOS soll kompatibel zum Kernel von Microsoft Windows NT werden. Das Betriebssystem ist unter der GPL veröffentlicht. Somit wäre es möglich, eine von Microsoft unabhängige und kostenfreie Alternative zu Windows zu bekommen. Das Projekt befindet sich zur Zeit in der Alphaphase, weshalb ReactOS für den alltäglichen Gebrauch nicht zu empfehlen ist.
Zuerst lädt man das Image der Installations-CD von der Website herunter und entpackt es in das Media-Verzeichnis des Qemu-Managers (C:\Programme\QemuManager\media). Unter Windows Vista/7 benötigt man dazu Administrator-Rechte.
Der Aufruf des Qemu-Managers erfolgt über das Start-Menü, (Alle) Programme, Qemu-Manager. Nach dem Start des QEMU-Managers erscheint ein Fenster. Um eine neue virtuelle Maschine anzulegen, klickt man auf das rote Icon mit dem Plus-Zeichen ganz links in der Symbolleiste. Ein Assistent hilft bei der Konfiguration der virtuellen Maschine. Zuerst gibt man den Namen der neuen virtuellen Maschinen an: ReactOS. Als Speicherort für die virtuelle Maschine wählt man Default VM Store, als Plattform Standard x86/x64 PC und als Betriebssystem Microsoft Windows XP. Als QEMU-Version ist 0.11.1 vorzugeben.
Im nächsten Schritt wird der Arbeitsspeicher definiert. Für ReactOS ist ein Arbeitsspeicher von 128 MByte einzustellen. Danach wählt man den Punkt Create New Virtual Disk Image und legt damit eine neue virtuelle Festplatte an. Als Größe der Festplatte definiert man 1 GByte. Als Typ ist qcow2 zu empfehlen. Encrypt Disk und Compress Disk bleiben deaktiviert. Im nächsten Schritt wird Virtual Machine Output auf den Default-Wert Qemu Manager belassen. Mit Finish beendet man den Wizard.
Um das Image der Installations-CD einzubinden, klickt man auf den Reiter Drives und öffnet die CD-ROM-Einstellungen durch einen Doppelklickt auf das Icon CD-ROM. Man wählt die Image-Datei der heruntergeladenen Installations-CD. Anschließend öffnet man mit einem Doppelklick die Einstellungen zur Boot Order. In der Dialogbox stellt man die Reihenfolge CD/DVD-Drive, Hard Drive ein. Unter dem Reiter Hardware wählt man unter Network Card 1 die Netzwerk-Karte NE2000 PCI aus. Ist die virtuelle Maschine generiert, erscheint ihr Name in der Liste. Durch Auswählen des Namens und durch Klicken auf das grüne Icon startet man die virtuelle Maschine. Das QEMU-Fenster (Reiter Console) wird bei Bedarf mit [Strg]+[Alt] verlassen.
Bei der Installation von ReactOS wird zuerst die deutsche Tastatur ausgewählt. Danach wird die virtuelle Festplatte partitioniert und formatiert. Die Vorgabe für das Zielverzeichnis und für den Bootloader werden übernommen. Anschließend muss die virtuelle Maschine neu gestartet werden. Nach erfolgreicher Installation ist das Booten von CD zu deaktivieren. Dazu wechselt man im Qemu-Manager zum Reiter Drives und legt unter Boot Order als erstes Boot-Mediaum Hard Disk fest. Man bootet das installierte System von der virtuellen Festplatte. Die Netzwerk-Konfiguration erfolgt automatisch per DHCP.
[bearbeiten] Befehlsübersicht
Auf der linken Seite des Qemu-Managers befindet sich die Liste der konfigurierten virtuellen Maschinen. Wird eine virtuelle Maschine ausgewählt, erscheinen auf der rechten Seite die aktuellen Einstellungen dieser virtuellen Maschine. Die Einstellungen werden jeweils durch Doppelklick angepasst. Die Icons haben folgende Bedeutungen.
[bearbeiten] Reiter Hardware
Unter diesem Reiter ist die Konfiguration der emulierten Hardware und der Netzwerkoptionen für die ausgewählte virtuelle Maschine möglich (siehe http://qemu-buch.de/d/Virtuelle_Hardware_anpassen). Durch Doppelklick auf eine angezeigte Hardware-Komponente ändert man deren Eigenschaften. Mit einem Rechtsklick fügt man neue Komponenten hinzu.
- Virtual Machine Name: Definiert den Namen der virtuellen Maschine.
- Machine Type: Definiert den Maschinen-Typ.
- CPU Type: Definiert den CPU-Typ (32- oder 64-Bit).
- CPU Model: Definiert das CPU-Modell.
- No of CPUs: Legt die Anzahl der CPUs fest.
- Operating System: Kennzeichnet das Gast-System.
- Ram (Memory): Definiert den Arbeitsspeicher.
- Enable Sound Card: Aktiviert die Sound-Unterstützung.
- Sound Card: Wählt eine oder mehrere Sound-Karten aus.
- Enable Networking: Aktiviert die Netzwerkunterstützung.
- Network Card x: Konfiguriert die Netzwerkkarte und das virtuelle Netzwerk
(siehe http://qemu-buch.de/d/Netzwerkoptionen). - Video Card: Wählt eine Grafikkarte aus.
- USB Support: Aktiviert den USB-Support.
- Main Display: Konfiguriert die Ausgabe des Gast-Systems (Reiter Console, Fenster, VNC, Vollbild).
- Serial Port x: Konfiguriert die Anzahl und Umleitung der seriellen Schnittstellen (siehe http://qemu-buch.de/d/Spezielle_QEMU-Optionen).
- Parallel Port x: Konfiguriert die Anzahl und Umleitung der parallelen Schnittstellen.
- Enable Bluetooth: Aktiviert Bluetooth (siehe http://qemu-buch.de/d/Netzwerkoptionen/_Bluetooth).
- VM Store: Auswahl eines VM-Stores.
- Last Run: Zeigt Datum und Uhrzeit der letzen Ausführung der virtuellen Maschine an.
[bearbeiten] Reiter Drives
Unter diesem Reiter wird die Verwaltung der Speichermedien konfiguriert (siehe http://qemu-buch.de/d/Speichermedien).
- Hard Disks X: Verwaltet virtuelle Festplatten.
- Floppy Drive X: Verwaltet virtuelle Disketten.
- CD-ROM: Verwaltet virtuelle CD/DVDs.
- Boot Order: Reihenfolge der Boot-Medien.
- Snapshots: Verwaltet gespeicherte Systemzustände (siehe http://qemu-buch.de/d/Speichermedien/_VM-Snapshots).
[bearbeiten] Reiter Advanced
Unter diesem Reiter sind spezielle Konfigurationen möglich.
- Qemu Executable: Zeigt den Programm-Namen von QEMU an.
- CPU Affinity: Ermöglicht das Ausführen auf einer definierten CPU bei mehreren CPUs im Host-System.
- Kernel Image: Ermöglicht das Booten eines separaten Linuxkernels (siehe http://qemu-buch.de/d/Spezielle_QEMU-Optionen#Spezielle_Linux-Bootoptionen).
- Initial Ram Disk Image (initrd): Definiert eine Initiale RAM-Disk.
- Kernel command line append: Definiert Boot-Optionen für den separaten Linuxkernel.
- Bios Filename: Ermöglicht es andere Bios-Dateien zu verwenden. Diese Option sollte normalerweise nicht geändert werden.
- Sound Library: Auswahl einer Sound-Library: Direct Sound, SDL, Wave Renderer, FMOD oder None.
- Close VM when rebooted: Beendet die virtuelle Maschine beim Reboot des Gast-Systems.
- Enable SDL output: Aktiviert die Verwendung der SDL-Library.
- QEMU Window Title: Definiert den Namen des Fensters der Instanz. Als Default-Einstellung wird der Name der virtuellen Maschine verwendet. Dieser wird in der Variable {VM NAME} gespeichert.
- Do Not Start CPU on Startup: Die CPU wird beim Start der virtuellen Maschine nicht gestartet. Im QEMU-Monitor startet man mit dem Befehl c die CPU des Gast-Systems.
- Use Local Time: Statt UTC wird Local Time verwendet (siehe http://qemu-buch.de/d/Virtuelle_Hardware/_Bus_RAM_ACPI_Clock_Graphic_Keyb_USB_Sound).
- Specify Start Date and Time of VM: Die System-Uhr wird beim Start der virtuellen Maschine auf eine bestimmte Zeit gesetzt.
- KQEMU: Konfiguriert die Verwendung von KQEMU: Disabled, Full acceleration oder User Mode.
- Enable WIN2K Hack: Diese Option ist bei der Installation von Microsoft Windows 2000 zu aktivieren.
- Enable ACPI HAL Time Drift Hack: Aktiviert den ACPI HAL Time Drift Hack.
- Disable Boot Signature Checking: Deaktiviert das Testen der Boot-Signatur bei Disketten.
- Disable HPET: Deaktiviert den High Precision Event Timer.
- Disable ACPI Support: Deaktiviert ACPI.
- Do Not Apply Changes to VM Session: Schützt die virtuellen Festplatten vor Veränderungen durch die laufende virtuelle Maschine.
- Qemu Process Priority (CAUTION): Falls QEMU zu viel CPU-Zeit verbraucht, verringert man diesen Wert. Es lassen sich die Stufen Idle, Normal, High und Realtime einstellen. Für die meisten Anwender ist die Einstellung Normal zu empfehlen.
- Run VM in Debug mode: Im Debug-Modus zeigt ein zweites Fenster Informationen zur laufenden virtuellen Maschine. Diese Option darf nicht zusammen mit der Option Qemu Manager Client verwendet werden.
- Additional QEMU Parameters: Ermöglicht die Eingabe von zusätzlichen QEMU-Optionen.
- Use Additional QEMU Parameters only: Deaktiviert alle anderen Einstellungen bei Verwendung der Option Additional QEMU Parameters.
[bearbeiten] Reiter Console
Der Reiter Console ermöglicht die Kommunikation mit dem Gast-System in der virtuellen Maschine. Diese integrierte Konsole wird durch die spezielle QEMU-Option -hwnd der angepassten QEMU-Version ermöglicht.
Die Icons der Toolbar aktiviert folgende Funktionen bei laufender virtueller Maschine:
[bearbeiten] CD/DVD Drive
Über dieses Menü werden CD/DVD-Medien verwaltet.
- Eject CD/DVD media from drive: Wirft die virtuelle CD/DVD aus.
- Load CD/DVD Disk Image: Wählt ein neues ISO-Image aus.
- Load CD/DVD Disk Image & Restart VM: Wählt ein neues ISO-Image aus und startet die virtuelle Maschine neu. Dies ist sinnvoll für Betriebssystem-Installationen.
- Use Physical CD/DVD Drive: Ermöglicht den Zugriff auf das physische CD/DVD-Laufwerk des Host-Systems.
[bearbeiten] Floppy Disk Drive
Über dieses Menü werden Disketten-Medien verwaltet.
- Eject Floppy Disk 0 Media from drive: Wirft die virtuelle Diskette aus dem Laufwerk A aus.
- Eject Floppy Disk 1 Media from drive: Wirft die virtuelle Diskette aus dem Laufwerk B aus.
- Load Floppy Disk 0 Image: Wählt ein neues Disketten-Image für Laufwerk A aus.
- Load Floppy Disk 1 Image: Wählt ein neues Disketten-Image für Laufwerk B aus.
- Load Floppy Disk 0 Image & Restart VM: Wählt ein neues Disketten-Image aus und startet die virtuelle Maschine neu. Dies ist sinnvoll für Betriebssystem-Installationen.
- Use Physical Floppy Disk Drive as Floppy Drive 0: Ermöglicht den Zugriff auf das physische Disketten-Laufwerk des Host-Systems.
[bearbeiten] Send Ctrl+ALT+DELETE to guest
Mit diesem Icon sendet man die Tastenkombination [Strg]+[Alt]+[Enf].
[bearbeiten] Pause/Restart the Virtual Machine
Mit diesem Icon lässt man die virtuelle Maschine pausieren und wieder weiterlaufen.
[bearbeiten] Snapshots
Über dieses Menü werden VM-Snapshots verwaltet. Das sind gespeicherte Systemzustände der virtuellen Maschine (siehe http://qemu-buch.de/d/Speichermedien/_VM-Snapshots). Es lassen sich mehrere VM-Snapshots anlegen. VM-Snapshots sind nur bei virtuellen Festplatten im Format qcow2 möglich.
- Create snapshot: Legt einen neuen VM-Snapshot an.
- Load snapshot: Stellt den Systemzustand des angegebenen VM-Snapshot wieder her.
- Delete snapshot: Löscht einen VM-Snapshot.
[bearbeiten] Shutdown/Reset Options
- Reset virtual machine: Drückt den virtuellen Reset-Knopf. Dies kann zu Datenverlusten führen.
- Power down virtual machine: Sendet einen Shutdown-Befehl zu der virtuellen Maschine. Das Gast-System muss diesen Shutdown-Befehl richtig auswerten können, damit ein korrektes Herunterfahren erfolgt.
[bearbeiten] Quit QEMU Session
Drückt den virtuellen Ausschalt-Knopf. Dies kann zu Datenverlusten führen.
[bearbeiten] Reiter Monitor
Über den Reiter Monitor wird der QEMU-Monitor erreicht. Dieser dient zur Steuerung der virtuellen Maschine (Instanz) zu deren Laufzeit (siehe http://qemu-buch.de/d/Der_QEMU-Monitor). Das Einbinden des QEMU-Monitors in den Qemu Manager erfolgt über eine TCP-Verbindung. Die Tastenkombination [Strg]+[Alt]+[2] funktioniert hier nicht.
[bearbeiten] Menü File
- Create New Virtual Disk: Generiert eine neue virtuelle Festplatte.
- Exit: Beendet das Programm. Laufende virtuelle Maschinen werden dabei nicht beendet.
[bearbeiten] Menü VM
Diese Funktionen sind auch über die Icons im Hauptfenster verfügbar.
- New Virtual Machine: Anlegen einer neuen virtuelle Maschine.
- Delete Selected Virtual Machine: Löschen der Konfiguration einer ausgewählten virtuellen Maschine. Die zugehörigen virtuellen Festplatten werden dabei nicht gelöscht.
- Start Selected Virtual Machine: Es wird eine virtuelle Maschine gestartet. Dazu ist vorher die virtuelle Maschine in der Liste auszuwählen.
- Stop Selected Virtual Machine: Durch Auswahl einer virtuellen Maschine in dieser Liste wird sie abrupt beendet (Datenverlust).
- Add/Remove Hardware: Hinzufügen oder Entfernen von Hardware-Komponenten.
- VM Control: Diese Funktionen sind auch über die Icons unter dem Reiter Console verfügbar.
[bearbeiten] Menü Tools
- (Un-)Install KQEMU Accelerator: Ermöglicht die (De-)Installation von KQEMU.
- Show Last Run Command: Praktisch ist die Anzeige der zuletzt verwendeten QEMU-Optionen. Hier wird die komplette Befehlszeile, basierend auf der Konfiguration im Qemu Manager, angezeigt.
- Configure Operating System Defaults: Der Qemu-Manager ermöglicht die Konfiguration von Default-Einstellungen für unterschiedliche Betriebssysteme. Das Fenster Voreinstellung Betriebssystem zeigt eine Liste mit Vorgaben. Für jedes System sind der Name, die empfohlene Größe des Arbeitsspeichers (RAM) und die empfohlene Festplattengröße festgelegt. Neue Vorgaben fügt man mit dem Plus-Icon hinzu.
- Configure TAP Networking Devices: Damit Host- und Gast-System ein gemeinsames Netzwerk haben, wird ein zusätzliches Netzwerk-Interface im Host-System benötigt. Dieses zusätzliche Netzwerk-Interface wird durch einen TUN/TAP-Adapter ermöglicht (siehe http://qemu-buch.de/d/Netzwerkoptionen/_Virtuelle_Netzwerke_konfigurieren).
- Install Qemu Manager Console Font: Zur besseren Lesbarkeit im Reiter Monitor ist ein spezielle Schriftart zu installieren.
- Create Diskt Image From Removable Media: Floppies und CD-/DVD-ROMS werden mit einem Wizard importiert. Es wird nach dem Quellaufwerk gefragt und es muss ein Name für die Image-Datei angegeben werden.
- Qemu Version Management: Damit lassen sich unterschiedliche QEMU-Versionen verwalten.
- VM Stores: Definiert VM-Stores.
- Browse Default Media Image Folder: Zeigt den Inhalt des Verzeichnisses für die Installationsmedien an.
- Change Language: Ändert die Spracheinstellung.
- Qemu Manager Options: Anpassen der Optionen vom Qemu Manager.
[bearbeiten] Menü Help
- View User Manual: Anzeige des User-Manuals.
- Check for Updates: Testet auf Programm-Updates.
- About: Informationen über das Programm.
[bearbeiten] MobaLiveCD
Download: http://mobalivecd.mobatek.net/en/
Eine auf das Booten von Live-CDs und USB-Sticks eingeschränkte Version von QEMU verwendet MobaLiveCD. Dieses Tool wird in ein beliebiges Verzeichnis heruntergeladen und gestartet, um ISO-Images von Live-CDs zustarten. Komfortabler ist das Booten der ISO-Images mit einem Rechtsklick auf die ISO-Datei. Dazu ist zuvor diese Funktion mit dem Button Right-click menu zu aktivieren. QEMU-Start-Optionen lassen sich nicht vorgeben. Der QEMU-Monitor ist aber verwendbar.
[bearbeiten] QEMU ohne GUI
Download:
- http://qemu.weilnetz.de (experimenteller Installer)
- http://qemu-buch.de/download/qemu-1.3-windows.zip
Die Variante ohne GUI eignet sich dazu, eine DVD mit einer virtuellen Maschinen und der QEMU-Software zu brennen. Die virtuelle Maschine auf dieser DVD kann auf einem anderen Computer ohne Installation von QEMU gestartet werden. Für die Installation von QEMU ohne GUI und ohne KQEMU werden keine Administrator-Rechte benötigt und es wird die Windows-Registry nicht verändert. Es wird die neueste Version heruntergeladen und entpackt.
[bearbeiten] QEMU und KQEMU
Download:
- http://vpsland.superglobalmegacorp.com/install/qemu-14.1-i386.7z (i386/x86_64)
- http://vpsland.superglobalmegacorp.com/install/qemu-14.1.7z (alle anderen CPU)
- http://homepage3.nifty.com/takeda-toshiya/qemu/index.html
QEMU unterstützt bis zur Version 0.11.1 den optionalen Beschleuniger KQEMU. Für die Installation von KQEMU ist zuerst die Datei kqemu-1.4.0pre1.tar.gz zu entpacken. Mit einem Rechtsklick auf die Datei kqemu.inf beginnt die Installation. Anschließend ist der Rechner neu zu starten. Danach muss folgender Befehl eingegeben werden:
Host C:\> net start kqemu
Mit net start werden unter Microsoft Windows die Dienste gestartet. Diese Zeile sollte in ein Startscript eingefügt werden, damit man sie nicht nach jedem Neustart eingeben muss. Im Abschnitt Quickstart wird das Anlegen einer virtuellen Maschine auf der Kommandozeile beschrieben (siehe http://qemu-buch.de/d/Quickstart). Dazu ist vorher in das Verzeichnis mit dem QEMU-Binary zu wechseln. Es ist auch möglich, dieses Verzeichnis in die PATH-Variable aufzunehmen. Die PATH-Variable wird bei Microsoft Windows XP in der Systemsteuerung unter Systemeigenschaften, Erweitert, Umgebungsvariablen definiert. Eine komfortable Arbeit auf der Konsole unterstützt Cygwin oder die Windows PowerShell (siehe http://qemu-buch.de/d/Anhang/_Nützliche_Tools).
[bearbeiten] WinQEMU
Download: http://sourceforge.net/projects/winqemu/
WinQEMU ist eine native Windows-Version von QEMU. Der Source Code von QEMU wurde für Visual C++ 2008 portiert. Die Installation von WinQEMU ist einfach, verändert nicht die Windows-Registry und es werden keine Administrator-Rechte benötigt. Zur Installation wird die neueste Version von WinQEMU heruntergeladen und entpackt. In der DOS-Eingabeaufforderung wechselt man in das angelegte Verzeichnis. Statt qemu.exe ist WinQemuTest.exe aufzurufen.
[bearbeiten] Quellen kompilieren
[bearbeiten] Cross-Compilation unter Linux
Linux bringt nicht nur die notwendigen Werkzeuge zum Kompilieren mit, es unterstützt auch das Kompilieren für andere Architekturen. In diesem Beispiel erfolgt das Generieren der Windows-Binaries unter der Linux-Distribution Fedora 15. Neben den zum kompilieren notwendigen Paketen (siehe http://qemu-buch.de/d/Installation) ist ein Cross-Compiler für Windows notwendig. Dieser wird über das Paket mingw32-gcc bereitgestellt. Weiterhin werden die MinGW-Versionen der SDL- und der zlib-Bibliothek benötigt. MinGW ist die Abkürzung für Minimalist GNU for Windows. Mit dem Paket patch lassen sich Patches einspielen. Mit Wine werden die Windows-Binaries von QEMU unter Linux einem ersten Test unterzogen (siehe unten). Die Installation dieser notwendigen Software-Pakete erfolgt mit einem Befehl:
Host ~$ su -c "yum -y install mingw32-gcc mingw32-SDL mingw32-zlib mingw32-glib2 patch \
wine-common wget autoconf sysconftool automake libtool --skip-broken"
Zuerst wird das Archiv mit dem Quell-Code heruntergeladen und in einem neuen Verzeichnis entpackt.
Host ~$ mkdir -p ~/source/mingw Host ~$ cd ~/source/mingw Host ~$ wget \ http://wiki.qemu-project.org/download/qemu-1.4.0.tar.bz2 Host ~$ tar xjvf qemu-1.4.0.tar.bz2 Host ~$ cd qemu-1.4.0
Die Pfad-Variable PATH ist mit dem Verzeichnis der MinGW-Tools zu erweitern.
Host ~$ export PATH=/usr/i686-pc-mingw32/sys-root/mingw/bin:$PATH
Die Konfiguration des Kompiler-Laufes erfolgt wie üblich mit dem Befehl configure, der hier den Cross-Compiler und den Installationspfad definiert. Anschließend beginnt mit make das Kompilieren.
Host ~$ ./configure --cross-prefix="i686-pc-mingw32-" --prefix="/tmp/qemuinstall/" Host ~$ make
Der Installationspfad wird angelegt.
Host ~$ mkdir /tmp/qemuinstall/
Mit make install werden die zum Betrieb notwendigen Dateien in den Installationspfad kopiert.
Host ~$ make install
Weiterhin sind manuell diese DLLs zu kopieren.
Host ~$ cd /tmp/qemuinstall/ Host ~$ cp /usr/i686-pc-mingw32/sys-root/mingw/bin/*.dll .
Mit Wine werden die Binaries einem ersten Test unterzogen.
Host ~$ wineconsole cmd Z:\tmp\qemuinstall> qemu.exe Z:\tmp\qemuinstall> exit
Die Dateien dieses Verzeichnisses werden auf einen Windows-Rechner in ein Verzeichnis kopiert.
[bearbeiten] WinKVM
Download: https://github.com/ddk50/winkvm/
Die Windows kernel-based Virtual Machine (WinKVM) ist eine Windows-Portierung der Kernel-based Virtual Machine.
[bearbeiten] Tools
Um alle Möglichkeiten der Windows-Version von QEMU zu nutzen, sind zusätzliche Tools zu installieren. Weitere nützliche Tools werden im Anhang beschrieben (siehe http://qemu-buch.de/d/Anhang/_Nützliche_Tools).
[bearbeiten] TUN/TAP-Devices
Microsoft Windows-Versionen bieten keinen TUN/TAP-Support. Dieser wird erst durch die Installation der TUN/TAP-Adapter von OpenVPN eingerichtet. Im Lieferumfang vom Qemu Manger gehört die 32-Bit-Version dieses TUN/TAP-Adapters (C:\Programme\QemuManager\TAPDriver\InstQemuTAP32.exe). Für die Installation des originalen TUN/TAP-Adapter von OpenVPN wird die Installationsdatei für Microsoft Windows von http://openvpn.net/index.php/open-source/downloads.html heruntergeladen und aufgerufen. Im Setup werden alle Komponenten, außer Tap-Win Virtual Ethernet Adapter, Add OpenVPN to PATH und Add Shortcuts to Start Menu, deaktiviert. Ein TAP-Interface generiert man im Menü Start über Alle Programme, OpenVPN, Add a new TAP-Win32 virtual ethernet adapter. Zu Kontrolle gibt man in der DOS-Eingabeaufforderung openvpn –show-adapters ein.
Host C:\> openvpn –show-adapters
Available TAP-WIN32 adapters [name, GUID]:
'LAN-Verbindung 2' {xxx-yyy-zzz}
In diesem Beispiel wurde ein Adapter mit dem Namen LAN-Verbindung 2 angelegt. In der Systemsteuerung gibt man diesem einen einfacheren Namen, zum Beispiel my-tap. Den Erfolg der Umbenennung testet folgender Befehl:
Host C:\> openvpn –show-adapters
Available TAP-WIN32 adapters [name, GUID]:
'my-tap' {xxx-yyy-zzz}
Es wird diesem Interface eine IP-Adresse zugewiesen. Dazu ist in der Systemsteuerung unter Netzwerkverbindungen der Adapter auszuwählen. Unter dem Punkt Internet Protocol (TCP/IP) ist der Button Eigenschaften anzuklicken. Die IP-Adresse muss im gleichen Netzwerksegment wie die des Gast-Systems liegen und darf nicht bereits vergeben sein.
Host C:\> qemu-system-x86_64 Platte.img -net nic -net tap,ifname=my-tap
Beim Aufruf von QEMU mit diesen Optionen wird der Netzwerkverbindung my-tap die angegebene IP-Adresse (hier 10.0.2.20) zugewiesen (siehe http://qemu-buch.de/d/Netzwerkoptionen/_Virtuelle_Netzwerke_konfigurieren). Bei einigen Gast-Systemen muss eventuell die Netzwerkkonfiguration von DHCP auf eine statische IP-Adresse, zum Beispiel 10.0.2.15, geändert werden. Ist eine Windows-Firewall aktiv, ist diese für den TAP-Adapter zu deaktivieren.
[bearbeiten] LIBUSB-WIN32
Download: http://sourceforge.net/apps/trac/libusb-win32/wiki
Der USB-Support von QEMU unter Microsoft Windows ist noch in einer experimentellen Phase und unterstützt USB-Hard-Disk-Images, virtuelle USB-Mäuse und virtuelle USB-Tastaturen. Der Zugriff auf die USB-Devices des Host-Systems bremst QEMU aus. Es ist die Bibliothek LIBUSB-WIN32 notwendig. Diese wurde von Linux nach Microsoft Windows portiert. Zur Installation der Library lädt man die Datei libusb-win32-filter-bin-0.1.12.1.exe herunter und startet diese. Wie bei Installationen unter Windows üblich, ist mehrmals Next zu klicken. Mit dem mitgelieferten Test-Programm ermittelt man den Produkt-Namen, die Vender-ID und die Produkt-ID des entsprechenden USB-Devices auf dem Host. Im Qemu-Manager aktiviert man unter dem Reiter Hardware den USB-Support und trägt die ermittelten Angaben (Produkt-Name, Vender-ID und Produkt-ID) als Host-Device unter USB-Devices ein. Im QEMU-Monitor überprüft man mit dem Befehl info usbhost die Verfügbarkeit des entsprechenden Host-Device.
(qemu) info usbhost Device 0.1, speed 480 Mb/s Class 00: USB device 090c:1000, USB DISK
[bearbeiten] Anlegen von virtuellen Maschinen
Das Anlegen von virtuellen Maschinen wird unter der URL http://qemu-buch.de/d/Gast-Systeme beschrieben.
[bearbeiten] QEMU unter älteren Microsoft Windows-Versionen
Unter Microsoft Windows 2000 SP4 ist QEMU 0.9.1 oder QEMU 0.11.0 zu installieren. Unter älteren Microsoft Windows-Versionen sind ältere QEMU-Versionen zu verwenden.
- http://qemu-buch.de/download/qemu-0.14.1-windows.zip
- http://qemu-buch.de/download/qemu-0.11.0-windows.zip
- http://qemu-buch.de/download/qemu-0.10.1-windows.zip
- http://qemu-buch.de/download/qemu-0.9.1-windows.zip
- http://qemu-buch.de/download/qemu-0.8.2-windows.zip
[bearbeiten] QEMU unter Wine
Wine (Wine Is Not an Emulator) ist eine Windows-kompatible Laufzeitumgebung für POSIX-kompatible Betriebssysteme, wie zum Beispiel Linux. Damit ist es möglich für Microsoft-Windows-Betriebssysteme kompilierte Programme unter BSD-Unix (*BSD, Solaris, Mac OS X) und Linux laufen zu lassen (siehe http://qemu-buch.de/d/Anhang/_Nützliche_Tools/_Wine). Auch Windows-Version von QEMU können ohne KQEMU unter Wine betrieben werden. Zugriffe auf Devices des Hosts im QEMU-Manager sind zu vermeiden. Da Wine weder ein Emulator noch ein Virtualisierer ist, ist die Ausführungsgeschwindigkeit von QEMU unter Wine kaum geringer als QEMU ohne KQEMU unter Microsoft Windows. Allerdings ist die Grafik-Ausgabe unter Microsoft Windows meist schneller. Nützlich ist QEMU unter Wine unter anderem für Tests. Wird zum Beispiel QEMU für Windows unter Linux kompiliert, kann das Resultat mit Wine einen ersten Test unterzogen werden. Weiterhin verwendet der Windows-Clone ReactOS (http://www.reactos.org) Quell-Code von Wine.
Der Qemu-Manager für Windows 6.0 wird unter Wine mit den gleichen Schritten wie unter Microsoft Windows installiert. Die Installation von KQEMU muss dabei deaktiviert werden. Bei der QEMU-Version ohne GUI wird nur das Archiv mit den QEMU-Binaries heruntergeladen und in ein Verzeichnis unter ~/.wine/drive_c/ entpackt. QEMU kann in der Wine-Konsole gestartet werden.
Host ~$ cd ~/.wine/drive_c/qemu Host ~$ wineconsole cmd C:\qemu> qemu-system-x86_64 -L . -hda linux.img
QEMU kann auch auf direkt in der Unix-Shell aufgerufen werden.
Host ~$ wine c:\\qemu\\qemu-system-x86_64.exe -L c:\\qemu -hda c:\\qemu\\linux.img
Die 64-Bit-Version wird mit folgenden Befehl gestartet.
Host ~$ wine c:\\qemu\\qemu-system-x86_64.exe -L c:\\qemu -hda c:\\qemu\\linux.img
Bei Problemen werden die Fehlermeldungen in die Datei stderr.txt geschrieben.
Host ~$ cat ~/.wine/drive_c/qemu/stderr.txt
Eine Vereinfachung des Aufrufes der QEMU-Binaries unter Wine ist durch das Definieren von Aliases möglich. Diese werdeb zum Beispiel in der Datei ~/.bashrc wie folgt eingetragen. Nach dem erneuten Einloggen stehen die Aliases zur Verfügung.
alias wqemu-system-i386='wine $HOME/.wine/drive_c/qemu/qemu-system-i386.exe -L $HOME/.wine/drive_c/qemu/' alias wqemu-system-x86_64='wine $HOME/.wine/drive_c/qemu/qemu-system-x86_64.exe -L $HOME/.wine/drive_c/qemu/' alias wqemu-img='wine $HOME/.wine/drive_c/qemu/qemu-img.exe' alias wqemu-io='wine $HOME/.wine/drive_c/qemu/qemu-io.exe'
Es wird der 32-Bit-Emulator mit wqemu-system-i386 und der 64-Bit-Emulator mit wqemu-system-x86_64 gestartet.