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Linux, Ubuntu 11.10 Oneric Ocelot, Debian, Fedora, CentOS, Red Hat Linux, OpenSUSE, download iso installation

(Link zu dieser Seite als [[QEMU-KVM-Buch/ Gast-Systeme/ x86-Architektur/ Linux]])

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Die Desktop-Version von Ubuntu.
Die Desktop-Version von Ubuntu.
Installation von Ubuntu per PXE.
Installation von Ubuntu per PXE.
Fedora unter QEMU.
Fedora unter QEMU.
OpenSUSE unter QEMU.
OpenSUSE unter QEMU.
SUSE Studio: Eine generierte Appliance mit QEMU im Web-Browser.
SUSE Studio: Eine generierte Appliance mit QEMU im Web-Browser.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Linux

Linux ist ein freies Multiplattform- und Mehrbenutzer-Betriebssystem für Computer, das Unix ähnlich ist. Das modular aufgebaute Betriebssystem wird von Software-Entwicklern auf der ganzen Welt weiterentwickelt. Linux ist eigentlich nur der Kernel. Freie und kommerzielle Distributionen bauen um diesen Kernel ihre Konfigurationstools und stellen Software-Pakete zusammen. Es ist unmöglich, hier auf alle Distributionen einzugehen. Eine "Hitparade" der Linux-Distributionen befindet sich unter der URL http://distrowatch.com/index.php?language=DE. Im Linux-Gast sollte das File-System ext3 angewendet werden. Das File-System XFS ist dagegen nicht zu empfehlen, da es ein intensives Write-Caching betreibt. Bei einem plötzlichen Ausfall der virtuellen Maschine kann dies zu Problemen führen, besonders bei Verwendung von Virtio Block Devices. Wird im Gast-System der SVGA-Modus unter X11 eingestellt, ist der Vesa- oder Cirrus-X11-Treiber zu konfigurieren. Für eine optimale Performance sollte eine 16-Bit Farbtiefe im Host- und Gast-System konfiguriert werden. Bei Verwendung eines 2.6er-Kernels, ist die Kernel-Option clock=pit zu empfehlen. Der 2.6er-Kernel testet sehr strikt die Real-Time-Clock und QEMU emuliert diese nicht genau. Die Kernel-Option clock=pit kann zum Beispiel in der Datei /boot/grub/menu.lst angegeben werden.

[bearbeiten] Ubuntu 11.10 Oneric Ocelot - Desktop (32-, 64-Bit)

Download: http://www.ubuntu.com/getubuntu/download
Empfehlung: Standard-PC, 1024 MByte RAM, Festplatte: 10 GByte
OpenBook: http://openbook.galileocomputing.de/ubuntu/

Ubuntu ist ein modernes Betriebssystem, das auf der freien Linux-Distribution Debian GNU/Linux basiert. Es ist kostenlos und stabil. Aufgrund der einfachen Bedien- und Konfigurierbarkeit, der Unterstützung durch Entwickler und der Gemeinschaft sowie seiner Gestaltung hat es sich innerhalb kurzer Zeit zu einer beliebten Linux-Distribution entwickelt und wird Linux-Einsteigern empfohlen. Auch viele fortgeschrittene Linux-Anwender benutzen Ubuntu wegen seiner Anpassungsfähigkeit. Ubuntu Linux wird von Canonical Ltd. (Südafrika) gesponsert. Ubuntu verwendet als Desktop-Umgebung GNOME, die später hinzugekommenen Abwandlungen Kubuntu und Xubuntu setzen auf KDE beziehungsweise Xfce. Die verschiedenen Abwandlungen unterscheiden sich lediglich durch die Vorauswahl der installierten Softwarepakete und können daher technisch als verschiedene Konfigurationen einer Distribution angesehen werden. Für die virtuelle Maschine sollte die Größe der Festplatte 10 GByte betragen.

Host ~$ qemu-img create -f qcow2 ubuntu-desktop.img 10G

Für die 32-Bit-Version wird QEMU mit folgenden Optionen gestartet.

Host ~$ qemu-system-i386 -hda ubuntu-desktop.img -cdrom ubuntu-11.10-desktop-i386.iso \
        -boot d -m 1024 -usb -soundhw sb16 -usbdevice tablet -enable-kvm 

Für die 64-Bit-Version sind folgende Optionen anzuwenden.

Host ~$ qemu-system-x86_64 -enable-kvm -m 1024 \ 
        -hda ubuntu-desktop.img -boot d \
        -cdrom ubuntu-11.10-desktop-amd64.iso

Die Desktop-Variante von Ubuntu startet als Live-CD. Ist der Desktop erschienen, wird die Sprache ausgewählt und die Installation durch Anklicken des Buttons Ubuntu installieren gestartet. Bei der Partitionierung kann die Systemvorgabe übernommen werden. Sicherheitsabfrage beginnt die Installation des Grundsystems. Das grafische Installationsprogramm stellt die üblichen Fragen: Welche Zeitzone soll eingestellt werden? Wie soll die Tastaturbelegung sein? Eine Besonderheit bei Ubuntu ist die Festlegung eines Nutzers für administrative Aufgaben. Bei einem privaten Rechner kann der eigene Name eingetragen werden. Nach der Bei der Aufforderung zum Neustart beendet man die Instanz und wendet bei der 32-Bit-Version die folgenden Optionen an.

Host ~$ qemu-system-i386 -enable-kvm ubuntu-desktop.img -usb -m 512 \
 -soundhw sb16 -usbdevice tablet -vga vmware

Für die 64-Bit-Version sind folgende Optionen anzuwenden.

Host ~$ qemu-system-x86_64 -enable-kvm -m 512 -hda ubuntu-desktop.img \
        -soundhw sb16 -usbdevice tablet -vga vmware

Um neue Software aus dem Internet installieren zu können, muss man erst die entsprechenden Softwarequellen auswählen. Dies geschieht im Menü System, Administration, Software-Quellen. Dort sollte man alle Quellen aktivieren. Man sucht im umfangreichen Software-Fundus (Menü System, Konfiguration, Synaptic-Paketverwaltung). Hat man die entsprechenden Pakete ausgewählt, klickt man auf die Schaltfläche Anwenden. Es ist zu empfehlen, nach der Installation und Konfiguration die virtuelle Maschine herunterzufahren und ein oder mehrere Overlay-Dateien anzulegen, um das Basis-Image vor Änderungen zu schützen.

Host ~$ qemu-img create -b ubuntu-desktop.img -f qcow2 ubuntu-desktop-01.ovl

Gestartet wird die 32-Bit-Version von der Overlay-Datei mit folgenden Optionen:

Host ~$ qemu-system-i386 -enable-kvm ubuntu-desktop-01.ovl -usb -m 512 \
-soundhw sb16 -usbdevice tablet -vga vmware 

Für die 64-Bit-Version sind folgende Optionen anzuwenden.

Host ~$ qemu-system-x86_64 -enable-kvm -m 512 -hda ubuntu-desktop-01.ovl \
        -soundhw sb16 -usbdevice tablet -vga vmware

[bearbeiten] Ubuntu 10.04 LTS Server (32-, 64-Bit)

Download: http://www.ubuntu.com/server/get-ubuntu/download
Empfehlung: Standard-PC, 128 MByte RAM, Festplatte: 4 GByte

Ubuntu gibt es auch als Version für den Servereinsatz. Der Zusatz LTS steht für Long-Term Support. Dies bedeutet, dass für fünf Jahre eine Unterstützung mit entsprechenden Aktualisierungen gewährt wird. Ein Server braucht keinen grafischen Desktop. Auch aus Sicherheitsgründen und aufgrund des Ressourcen-Verbrauchs ist dies nicht zu empfehlen. Daher erfolgt die Installation im Textmodus.

[bearbeiten] Installation mit QEMU

Es ist eine virtuelle Festplatte anzulegen.

Host ~$ qemu-img create -f qcow2 ubuntu-server.img 4G

Für die Installation reicht der Default-Wert von 128 MByte Arbeitsspeicher aus. Für die 32-Bit-Version wird QEMU mit folgenden Optionen gestartet.

Host ~$ qemu-system-i386 -enable-kvm -hda ubuntu-server.img \
        -cdrom ubuntu-10.04-server-i386.iso -boot d

Für die 64-Bit-Version sind folgende Optionen anzuwenden.

Host ~$ qemu-system-x86_64 -cpu qemu64 -enable-kvm \ 
        -hda ubuntu-server.img -boot d \
        -cdrom ubuntu-10.04.1-server-amd64.iso 

Es beginnt die Installation im Textmodus. Am Anfang werden die Sprache, das Land und die Tastatur ausgewählt. Nach der Hardware-Erkennung wird das Netzwerk mittels DHCP-Server konfiguriert. Nach der Eingabe des Rechnernamens wird die Festplatte partitioniert. Der Einfachheit halber übernimmt man die Default-Einstellung. Für einen Produktionseinsatz ist die Partitionierung genauer zu planen, da davon die Sicherheit und die Zuverlässigkeit des Systems abhängen. Die Systemzeit ist auf UTC zu setzen. Ein Besonderheit bei Ubuntu ist die Festlegung eines Benutzers mit Admin-Rechten. Nach der Installation erfolgt ein Neustart mit den folgenden Optionen:

Host ~$ qemu-system-x86_64 -enable-kvm ubuntu-server.img

Für die 64-Bit-Version sind folgende Optionen anzuwenden.

Host ~$ qemu-system-x86_64 -enable-kvm -hda ubuntu-server.img 

Man loggt sich mit dem festgelegten Benutzer-Konto ein. Wer sich lieber als Systemadministrator (root) einloggen will, gibt mit dem Befehl sudo passwd root dem Benutzer root ein Passwort.

Gast ~$ sudo passwd root
Password: ***
Enter new UNIX password: ********
Retype new UNIX password: ********

Falls man die Netzwerkeinstellungen ändern möchte, passt man die Datei /etc/network/interfaces an. Danach ist die Netzwerkeinstellung mit /etc/init.d/networking restart neu zu starten. Wer Softwarepakete auf der Konsole installieren möchte, muss die Konfigurationsdatei /etc/apt/sources.list bearbeiten. Dazu sind alle Zeilen mit cdrom auszukommentieren. Bei allen anderen Zeilen mit deb am Anfang ist dagegen das Kommentar-Zeichen # zu entfernen. Danach muss die Paketliste neu eingelesen werden.

Gast ~$ sudo apt-get update

Die Softwarepakete sind zu aktualisieren.

Gast ~$ sudo apt-get dist-upgrade

Wurde der Kernel aktualisiert, ist ein Neustart des Systems mit reboot notwendig. Anschließend können Pakete, wie zum Beispiel ssh, installiert werden.

Gast ~$ sudo apt-get install ssh

Es ist zu empfehlen, nach der Installation und Konfiguration die virtuelle Maschine herunterzufahren und ein oder mehrere Overlay-Dateien anzulegen, um das Basis-Image vor Änderungen zu schützen.

Host ~$ qemu-img create -b ubuntu-server.img \
        -f qcow2 ubuntu-server-01.ovl

Gestartet wird von der Overlay-Datei mit folgenden Optionen:

Host ~$ qemu-system-x86_64 ubuntu-server-01.ovl

Für die 64-Bit-Version sind folgende Optionen anzuwenden.

Host ~$ qemu-system-x86_64 -cpu qemu64 -enable-kvm -hda ubuntu-server-01.ovl 
[bearbeiten] Installation per PXE und QEMU

Die Installation von Ubuntu kann per PXE erfolgen (siehe http://qemu-buch.de/d/Netzwerkoptionen/_Netzwerkdienste). Zuerst ist ein Verzeichnis anzulegen, das Netboot-Archiv herunterzuladen und zu entpacken.

Host ~$ sudo mkdir /netboot
Host ~$ cd /netboot
Host ~$ sudo wget \
http://archive.ubuntu.com/ubuntu/dists/lucid/main/installer-i386/current/images/netboot/netboot.tar.gz
Host ~$ sudo tar xzvf netboot.tar.gz

In einem beliebigen Verzeichnis wird die virtuelle Festplatte für die Installation generiert und danach QEMU mit den entsprechenden Optionen gestartet.

Host ~$ qemu-img create -f qcow2 ubuntu.img 10G
Host ~$ qemu-system-x86_64 -enable-kvm -hda ubuntu.img -boot n \
-net nic -net user,tftp=/netboot/,bootfile=pxelinux.0
[bearbeiten] Installation mit dem vmbuilder

Wenn das Host-System Ubuntu Linux ist, ist das Anlegen einer virtuellen Maschine mit dem Python-Skript vmbuilder möglich. Die Installation ist unter Ubuntu mit einer Befehlszeile erledigt.

Host ~$ sudo apt-get install python-vm-builder

In dem folgenden Beispiel wird eine virtuelle Maschine mit Ubuntu 10.04 Lucid Lynx generiert. Im aktuellen Verzeichnis legt dazu das Skript das Unterverzeichnis ubuntu-kvm mit den notwendigen Dateien an.

Host ~$ sudo vmbuilder kvm ubuntu --suite lucid

Zum Starten der virtuellen Maschine wechselt man in das angelegte Unterverzeichnis und ruft das Skript run.sh auf.

Host ~$ cd ubuntu-kvm
Host ~$ ./run.sh

Das Python-Skript vmbuilder wird im Abschnitt libvirt erläutert (siehe http://qemu-buch.de/d/Managementtools/_libvirt-Tools/_Die_Managementtools).

[bearbeiten] Debian GNU/Linux 6 Squeeze (32-, 64-Bit)

Download: http://www.debian.org/distrib/
Empfehlung: Standard-PC, 128 MByte RAM, Festplatte: 5 GByte (Server)

Debian GNU/Linux ist eine freie Linux-Distribution, die ausschließlich aus freier Software zusammengestellt ist. Debian ist ein zuverlässiges Server-Betriebssystem und dient auch als stabiler Unterbau für viele andere Linux-Distributionen, beispielsweise Ubuntu. Debian ist für elf Prozessorarchitekturen erhältlich.

[bearbeiten] Installation mit QEMU

Eine virtuelle Festplatte von 5 GByte Größe ist ausreichend.

Host ~$ qemu-img create -f qcow2 debian.img 5G

Die 32-Bit-Version wird mit folgenden Optionen installiert.

Host ~$ qemu-system-i386 -enable-kvm -hda debian.img \
        -cdrom debian-6.0.0-i386-businesscard.iso -boot d

Die 64-Bit-Version benötigt folgende Optionen:

Host ~$ qemu-system-x86_64 -enable-kvm -hda debian.img -boot d \ 
        -cdrom debian-6.0.2.1-amd64-netinst.iso

Am Anfang der Installation werden die Sprache, das Land und die Tastatur ausgewählt. Nach der Hardware-Erkennung wird das Netzwerk mittels DHCP-Server konfiguriert. Anschließend wird der Rechnername eingegeben und es wird die Festplatte partitioniert. Der Einfachheit halber übernimmt man die Default-Einstellung. Die Systemzeit wird auf UTC gesetzt . Ein Neustart erfolgt mit den folgenden Optionen:

Host ~$ qemu-system-i386 -enable-kvm debian.img

Die 64-Bit-Version benötigt folgende Optionen:

Host ~$ qemu-system-x86_64 -enable-kvm -hda debian.img 

Falls man die Netzwerkeinstellungen ändern möchte, passt man die Datei /etc/network/interfaces an. Es ist die Netzwerkeinstellung mit /etc/init.d/networking restart neu zu starten. Wer Softwarepakete auf der Konsole installieren möchte, muss die Konfigurationsdatei /etc/apt/sources.list bearbeiten. Dazu sind alle Zeilen mit cdrom auszukommentieren. Bei allen anderen Zeilen mit deb am Anfang ist dagegen das Kommentar-Zeichen # zu entfernen. Danach muss die Paketliste neu eingelesen werden.

Gast ~# apt-get update

Eine Aktualisierung der Softwarepakete ist zu empfehlen.

Gast ~# apt-get dist-upgrade

Wurde dabei der Kernel aktualisiert, ist ein Neustart des Systems mit reboot notwendig. Anschließend können Pakete, wie zum Beispiel ssh, installiert werden.

Gast ~# apt-get install ssh

Es ist zu empfehlen, nach der Installation und Konfiguration die virtuelle Maschine herunterzufahren und ein oder mehrere Overlay-Dateien anzulegen, um das Basis-Image vor Änderungen zu schützen.

Host ~$ qemu-img create -f qcow2 -o backing_file=debian.img debian-01.ovl

Gestartet wird die 32-Bit-Version von der Overlay-Datei mit folgenden Optionen:

Host ~$ qemu-system-i386 -enable-kvm debian-01.ovl

Die 64-Bit-Version benötigt qemu-system-x86_64.

Host ~$ qemu-system-x86_64 -enable-kvm debian-01.ovl
[bearbeiten] Installation mit Debian-Live unter Linux

Mit Debian-Live ist es möglich, ein Live-System auf Basis von Debian zu generieren. Live-Systeme ermöglichen es, Betriebssysteme von CDs, DVDs oder USB-Sticks zu booten. Damit lassen sich Betriebssysteme testen, ohne die Festplatten zu verändern. Weitere Anwendungen sind forensische Analysen, die Reparatur der installierten Systeme und die Übertragung eines physikalisch installierten Betriebssystems auf eine virtuelle Maschine (Physical-to-Virtual). Im Gegensatz zu anderen Live-Systemen ist Debian Live nicht auf die i386-Architektur beschränkt. Debian Live ermöglicht weiterhin die Anpassung des Live-Systems an eigene Bedürfnisse. Es lassen sich zum Beispiel die Debian-Zweige Stable, Testing und Unstable auswählen, unterschiedliche Softwarepakete installieren und Images für CDs, DVDs oder USB-Sticks anlegen. Mit Debian Live lassen sich auch virtuelle Maschinen für QEMU generieren. Die Installation der notwendigen Pakete live-helper und cdebootstrap ist unter Ubuntu mit einer Befehlszeile erledigt.

Host ~$ apt-get install live-helper cdebootstrap

Das Paket live-helper enthält Shell-Skripte, deren Namen mit lh_ beginnen und im Verzeichnis /usr/bin/ abgelegt sind. Die wichtigsten Skripte sind lh_config, lh_build und lh_clean. Das Skript lh_config legt im aktuellen Verzeichnis das Unterverzeichnis config an. Die Dateien in diesem Verzeichnis können zur Konfiguration des Live-Systems angepasst werden. Das Skript lh_build generiert das Image entsprechend der Konfiguration. Dazu wird im ersten Schritt (Bootstrapping) das Grundsystem heruntergeladen und in einem Verzeichnis gespeichert. Es wird, basierend auf diesem Verzeichnis, eine chroot-Umgebung angelegt. Es werden die gewünschten Zusatzpakete installiert und konfiguriert. Am Ende wird das Installationsverzeichnis komprimiert, ein Bootloader installiert und das Image angelegt. Dieser Schritt wird Binary genannt. Mit dem Skript lh_clean säubert man die Ergebnisse eines Build. Da das Live-System mit Hilfe einer chroot-Umgebung generiert wird, können nur Live-Systeme mit zum Host-System kompatibler Architektur gebildet werden. Das Generieren von Live-Systemen für andere Architekturen (SPARC, MIPS, PowerPC, ...) kann unter QEMU (qemu-system-*) in entsprechenden virtuellen Maschinen erfolgen. Für einen Build ist das Anlegen eines Unterverzeichnisses zu empfehlen.

Host ~$ mkdir ~/mein-debian-live
Host ~$ cd ~/mein-debian-live

Der folgende Befehl generiert ein ISO-Image mit den Default-Einstellungen.

Host ~$ lh_config -a i386 && sudo lh_build

Mit QEMU wird dieses Image getestet.

Host ~$ qemu-system-i386 -enable-kvm -cdrom binary.iso

Das Image binary.iso kann als Live-CD gebrannt werden, zum Beispiel mit folgenden Befehl.

Host ~$ wodim binary.iso

Soll ein weiteres Build erfolgen, muss erst mit sudo lh_clean aufgeräumt werden.

Host ~$ sudo lh_clean

Das Skript lh_build verwendet chroot. Für die chroot-Umgebung werden einige Mountpoints im Unterverzeichnis chroot angelegt, die nach dem Build-Prozess wieder gelöscht werden. Wurde der Build-Prozess abgebrochen, müssen diese Mountpoints mit dem Befehl umount ausgehangen werden. Die Konfiguration der chroot-Umgebung wird in dem Unterverzeichnis .stage gespeichert. Möchte man nach dem Build-Prozess das Verzeichnis vollkommen leeren, ist auch dieses Verzeichnis zu löschen. Für das Generieren von Images für USB-Sticks oder Festplatten ist lh_config mit der Option -b usb-hdd anzuwenden.

Host ~$ lh_config -a i386 -b usb-hdd && sudo lh_build

Das generierte Image kann unter QEMU als virtuelle Festplatte verwendet werden. Da das angewendete Dateisystem Squashfs ein komprimiertes Dateisystem ist, ist die Ausführungsgeschwindigkeit gering. Die Verwendung des generierten Images in QEMU ist eher zum Testen des Live-System geeignet.

Host ~$ qemu-system-i386 -enable-kvm -hda binary.img

Mit weiteren Optionen lassen sich zum Beispiel die Arbeitsumgebung xfce aus dem Testing-Zweig Lenny installieren und das deutsche Tastaturlayout einstellen.

Host ~$ lh_config -a i386 -b usb-hdd -d lenny -p xfce \
        --bootappend keyb=de
Host ~$ sudo lh_build

Die Konfiguration des Live-Systems über die Optionen von lh_config ist umständlich und unflexibel. Besser ist die Anpassung der Konfigurationsdateien im Unterverzeichnis config zwischen den Aufrufen von lh_config und lh_build. Die meisten der Optionen von lh_config haben eine direkte Entsprechung in einer der Konfigurationsdateien. Zum Beispiel speichert die Datei config/binary in der Variable LH_BOOTAPPEND die Bootoptionen. Zur weiteren Konfiguration wird in der Datei config/binary der Host-Name und der Benutzer-Name definiert.

# config/binary - options for live-helper(7), binary stage
...
LH_BINARY_IMAGES="usb-hdd"
LH_BOOTAPPEND_INSTALL="keyb=de}"
LH_HOSTNAME="nordpol"
LH_USERNAME="knut"
...

Die Datei config/cbootstrap speichert in der Variable LH_ARCHITECTURE die Architektur und in der Variable LH_DISTRIBUTION die Distribution. Weiterhin können hier die Sektionen der Distribution festgelegt werden.

# config/bootstrap - options for live-helper(7), bootstrap stage
...
LH_ARCHITECTURE="i386"
LH_DISTRIBUTION="lenny"
LH_SECTIONS="main contrib non-free"
...

Die Datei config/chroot speichert in der Variable LH_PACKAGES_LISTS die Liste der zu installierenden Software-Pakete.

# config/chroot - options for live-helper(7), chroot stage
...
LH_PACKAGES_LISTS="xfce"
LH_PACKAGES="openssh-client openssh-server"

Die gewünschten Paket-Listen können auch in einer neuen Datei im Verzeichnis config/chroot_local-packageslists aufgelistet werden.

#  config/chroot_local-packageslists/meine_pakete
mc iceweasel qemu 

Ist die Konfiguration abgeschlossen, wird ein neuer Build-Prozess gestartet.

Host ~$ sudo lh_clean && sudo lh_build

Möchte man diese Konfiguration für die Generierung weiterer Live-Systeme verwenden, ist das Verzeichnis config zu sichern.

Host ~$ tar czvf config.tar.gz config

Weitere Möglichkeiten ergeben sich durch die Anpassung der chroot-Umgebung, bevor daraus das Image generiert wird. Möglich ist dies, da das Skript lh_build ein Wrapper-Skript ist, das die Skripte lh_bootstrap, lh_chroot und lh_binary nacheinander aufruft. Wird statt dem Skript lh_build die folgende Befehlszeile eingegeben, wird zunächst die chroot-Umgebung im Verzeichnis chroot angelegt.

Host ~$ sudo lh_bootstrap && sudo lh_chroot

Das Unterverzeichnis chroot enthält den Verzeichnisbaum des zukünftigen Live-Systems.

Host ~$ ls chroot
bin  boot  dev  etc  home  initrd.img  initrd.img.old  lib  
media  mnt  opt  proc  root  sbin  selinux  srv  sys  tmp  
usr  var  vmlinuz  vmlinuz.old

Es ist möglich, Dateien in diese chroot-Umgebung zu kopieren, damit diese im Live-System verwendet werden. Mit dem Befehl chroot loggt man sich in diese chroot-Umgebung ein und es lassen sich weitere Pakete installieren.

Host ~$ sudo chroot chroot
Gast ~# apt-get install netcat mc lynx

Weiterhin lassen sich die Konfigurationsdateien im Verzeichnis /etc anpassen. Mit exit verlässt man die chroot-Umgebung.

Gast ~# exit
Host ~$

Sind alle Anpassungen abgeschlossen, wird das Image generiert.

Host ~$ sudo lh_binary
[bearbeiten] Live-Helper

Website: http://live-build.debian.net/cgi-bin/live-build

Live-Helper ist eine Web-Anwendung für das Debian-Live-Project. Man generiert damit Binär-Images für CD/ DVDs und Festplatten.

[bearbeiten] Fedora 17 (32-, 64-Bit)

Website: http://fedoraproject.org
Empfehlung: Standard-PC, 1024 MByte RAM, Festplatte: 10 GByte

Die Linux-Distribution Fedora ist aus dem ehemaligen Red Hat Linux entstanden und erfreut sich großer Beliebtheit. Fedora ist verwandt mit dem Red Hat Enterprise Linux (http://www.redhat.de/rhel/) und dessen Derivat CentOS (http://www.centos.org). Für die virtuelle Maschine sollte die Größe der Festplatte 10 GByte betragen.

Host ~$ qemu-img create -f qcow2 fedora.img 10G

Für die 32-Bit-Version ist folgender Befehl anzuwenden.

Host ~$ qemu-system-i386 -hda fedora.img -cdrom Fedora-17-i686-Live-Desktop.iso \
        -boot d -m 1024 -net user -net nic,model=pcnet -enable-kvm

Die 64-Bit-Version startet man mit qemu-system-x86_64. Benötigt wird die 64-Bit-Live-DVD.

Host ~$ qemu-system-x86_64 -hda fedora.img -cdrom Fedora-17-x86_64-Live-Desktop.iso \
        -boot d -m 1024 -net user -net nic,model=pcnet -enable-kvm

Die Desktop-Variante startet gleich als Live-CD. Mit den obigen Optionen wird GNOME 3 nicht unterstützt. Die Installation wird Über das Menü Applications, System Tools, Install to Hard Drive gestartet. Nach der Sprachauswahl ist Basic Storage Devices auszuwählen. Das Installationsprogramm stellt die üblichen Fragen nach dem Hostnamen, der Zeitzone und dem Root-Passwort. Bei der Partitionierung ist Use All Space zu verwenden. Nach der Aufforderung zum Neustart beendet man das System und startet die virtuelle Maschine mit folgenden Optionen:

Host ~$ qemu-system-i386 fedora.img -enable-kvm -m 1024 -net user -net nic,model=pcnet

Die 64-Bit-Version startet man wieder mit qemu-system-x86_64.

Host ~$ qemu-system-x86_64 fedora.img -enable-kvm -m 1024 -net user -net nic,model=pcnet

Nach dem ersten Booten von der Festplatte ist ein Benutzer anzulegen und die Systemzeit festzulegen. Für das frisch installierte Fedora-System ist eine Aktualisierung der Softwarepakete zu empfehlen.

Gast ~# yum check-update
Gast ~# yum update

Software-Pakete werden mit yum install und Angabe der Paketnamen installiert.

Gast ~# yum install PAKETNAME

Ist der Paketname unbekannt, sucht man nach Paketen mit yum search.

Gast ~# yum search PAKETNAME

Ein Software-Paket wird mit yum remove entfernt.

Gast ~# yum remove PAKETNAME

Der folgende Befehl listet alle installierten Pakete auf.

Gast ~# rpm -qa

Die Verwaltung von Software-Paketen kann auch mit einer GUI erfolgen. Dazu ist yumex zu installieren.

Gast ~# yum install yumex

Es wird yumex gestartet.

Gast ~# yumex

Eine größte Paketauswahl ermöglicht die Einbindung der RPMFusion-Repositories. Eine Anleitung dazu findet man unter http://rpmfusion.org/Configuration.

Es ist zu empfehlen, nach der Installation und Konfiguration die virtuelle Maschine herunterzufahren und ein oder mehrere Overlay-Dateien anzulegen, um das Basis-Image vor Änderungen zu schützen.

Host ~$ qemu-img create -b fedora.img -f qcow2 fedora-01.ovl

Gestartet wird die 32-Bit-Version von der Overlay-Datei mit folgenden Optionen:

Host ~$ qemu-system-i386 fedora-01.ovl -enable-kvm -m 1024 -net user -net nic,model=pcnet

Für die 64-Bit-Version wird qemu-system-x86_64 verwendet.

Host ~$ qemu-system-x86_64 fedora-01.ovl -enable-kvm -m 1024 \
        -net user -net nic,model=pcnet

[bearbeiten] SUSE

[bearbeiten] Installation von OpenSUSE mit QEMU

Download: http://de.opensuse.org/Download
Empfehlung: Standard-PC, 512 MByte RAM, Festplatte: 10 GByte

Die Wurzeln von OpenSUSE reichen bis an den Anfang der neunziger Jahre zurück, als Linux auf zirka 50 Disketten aus dem Internet geladen werden musste aber wenige Nutzer überhaupt Internetzugang hatten. Die damalige S.u.S.E. GmbH (Gesellschaft für Software- und System-Entwicklung) stellte Linux-Disketten zu einem Paket zusammen. SuSE ist jetzt eine Linux-Distribution der Firma Novell beziehungsweise deren Tochterunternehmen Suse Linux GmbH (Nürnberg). Mit dem OpenSUSE-Projekt wurde die Entwicklung von SuSE Linux öffentlich gemacht. Zur Installation wird eine virtuelle Festplatte angelegt.

Host ~$ qemu-img create -f qcow2 opensuse.img 10G

Man startet QEMU oder die Kernel-based Virtual Machine mit der virtuellen Festplatte und der Installations-DVD.

Host ~$ qemu-system-x86_64 -hda opensuse.img -cdrom openSUSE-12.1-DVD-i586.iso \
        -boot d -m 512 -usb -soundhw all -enable-kvm

Nach dem Startbildschirm der OpenSUSE-Installation kommen die Abfragen zur Sprache, zur Akzeptanz der Lizenzvereinbarung, ob es sich um eine Neuinstallation handelt und zur Zeitzone. Damit OpenSUSE in der Emulation schneller läuft, ist ein minimales grafisches System beziehungsweise der Textmodus vorzuziehen. Der Vorschlag zur Partitionierung und zur Softwareauswahl kann übernommen werden. Nach dem Installieren der Software wird das System von der Festplatte gestartet.

Host ~$ qemu-system-x86_64 opensuse.img -m 512 -usb -soundhw all -enable-kvm

Es ist das Passwort für den Benutzer root einzugeben. Weiterhin sind der Rechner- und der Domainname festzulegen. Die vorgegebenen Netzwerkeinstellungen (DHCP) werden unverändert übernommen. Es empfiehlt sich, die zusätzlichen Installationsquellen zu aktivieren. Danach ist die Authentifizierungsmethode (/etc/passwd, LDAP, NIS, Windows-Domäne) auszuwählen. Hier ist die Authentifizierung mit /etc/passwd zu nutzen, womit die Anmeldung lokal am Gast-System erfolgt. Nach dieser Auswahl kann ein Benutzer angelegt werden. Danach ist die Änderung der Hardware-Konfiguration möglich. Weitere Konfigurationen erfolgen mit dem grafischen Tool YAST. Um Software-Pakete zu installieren, sind erst die Online-Quellen anzugeben. Dies geschieht im YAST unter Installationsquelle wechseln. Danach sucht man mit YAST unter Software installieren oder löschen die gewünschten Software-Pakete aus und installiert sie. Es ist zu empfehlen, nach der Installation und Konfiguration die virtuelle Maschine herunterzufahren und ein oder mehrere Overlay-Dateien anzulegen, um das Basis-Image vor Änderungen zu schützen.

Host ~$ qemu-img create -b opensuse.img -f qcow2 opensuse-01.ovl

Gestartet wird von der Overlay-Datei mit folgenden Optionen:

Host ~$ qemu-system-x86_64 opensuse-01.ovl -m 512 -usb -soundhw all -enable-kvm
[bearbeiten] SUSE Studio

Website: http://susestudio.com

Mit dem SUSE Studio stell man sich eine eigene Appliance im Web-Browser zusammen. Damit man SUSE Studio benutzen kann, benötigt man einen Account. Diesen erhält man über eine Einladung. Nach der Konfiguration lädt man die Appliance als RAW-Image für QEMU oder USB-Stick, als VMware-Image, als ISO-Image (Live-CD) oder als Xen-Gast-System herunter. Man kann die Appliance auch ohne Herunterladen im Browser testen.

[bearbeiten] Weitere Linux-Distributionen

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Von „http://qemu-buch.de/de/index.php/QEMU-KVM-Buch/_Gast-Systeme/_x86-Architektur/_Linux

Diese Seite wurde bisher 45.208 mal abgerufen. Diese Seite wurde zuletzt am 5. Juni 2012 um 15:46 Uhr geändert. Inhalt ist verfügbar unter der GNU Free Documentation License 1.2.


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