VirtualBox 4.2, Das VirtualBox Buch, Linux Ubuntu MacOS X Windows shared folder VBoxManage VBoxHeadless vboxwebsrv libvirt
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[bearbeiten] VirtualBox 4.2
Download: http://www.virtualbox.org/wiki/Downloads
http://www.oracle.com/technetwork/server-storage/virtualbox/downloads/index.htm
Dokumentation: http://www.oracle.com/technetwork/server-storage/virtualbox/documentation/index.html
VirtualBox der Firma Oracle arbeitet nach dem Prinzip der Native Virtualization. Weiterhin wird Full Virtualization unterstützt. VirtualBox steht unter der GPL2-Lizenz. Nicht unter der GPL2 steht das Extension Pack mit der Unterstützung für USB, RDP und PXE-Boot. VirtualBox kann unter Linux, Mac OS X, Solaris (x86), Microsoft Windows, OS/2, eComstation und FreeBSD installiert werden.
Weiterhin gibt es VirtualBox Portable (http://www.vbox.me) für Microsoft Windows XP, Vista und 7. Diese Version stammt nicht von Oracle und wird daher nicht offiziell unterstützt. VirtualBox Portable funktioniert ohne Installation und verändert nicht die Registry. Damit ist es möglich, VirtualBox mit virtuellen Maschinen auf einen USB-Stick zu kopieren und auf einen anderen PC zu nutzen.
VirtualBox profitiert von Prozessoren mit Hardware-Virtualisierungstechniken (Intels Vanderpool, AMDs Pacifica). Dabei werden auch Nested Paging / Rapid Virtualization Indexing unterstützt. Für die Gast-Systeme wird SMP (Symmetric Multiprocessing) bis zu 32 Prozessoren ermöglicht. Besitzt das Host-System keine Hardware-Virtualisierungstechnik, verwendet VirtualBox den "Raw Mode". Dabei wird so viel Code wie möglich nativ ausgeführt. Nur der Code, der nicht nativ realisiert werden kann, wird von einem Emulator ausgeführt werden, der auf dem Quellcode von QEMU basiert. VirtualBox besitzt eine Technik namens "Patch Manager". Dabei wird der Code zur Laufzeit analysiert und optimiert. Virtuelle Festplatten werden in sogenannten Containern emuliert. Diese werden als Virtual Disk Images (VDI) bezeichnet. VirtualBox unterstützt auch die Disk-Image-Formate VMDK (VMware) und VHD (Microsoft). Ab Version 2.2 unterstützt VirtualBox das Open Virtualization Format (OVF). Der OVF-Standard wurde von der Distributed Management Task Force (DMTF) entwickelt. Damit ist es möglich, virtuelle Appliances über verschiedene Virtualisierungslösungen hinweg einzusetzen. Die proprietäre Version kann zusätzlich iSCSI-Objekte als virtuelle Festplatten einbinden.
Die Guest Additions verbessern die Integration zwischen Host-- und Gast-System. Für Microsoft Windows (ab Windows NT4 SP6a) und OS/2 Warp stehen diese als Binärdaten (Treiber-CD) vor. Für Linux als Gast-System wird der Quell-Code der Guest-Addition in einem virtuellen CD-Laufwerk innerhalb der VM bereitgestellt. Die Guest Additions stehen unter der proprietären Lizenz PUEL. Für virtuelle Maschinen mit Microsoft Windows-, Linux- und Solaris wird OpenGL 2.0 unterstützt. Im experimentellen Stadium ist die Unterstützung von Direct3D 8 oder 9 für Gast-Systeme mit Microsoft Windows. Ab Version 3.1 ist, wie bei QEMU, eine Live-Migration möglich. Hier heißt dieses Feature Teleportation. Weiterhin kann man jetzt zu einem beliebigen Snapshot zurückkehren. Microsoft-Windows-Gast-Systeme können die 2D-Beschleunigung des Host-Systems nutzen. Mit der Funktion nahtloser Modus laufen die Anwendungen des Gast-Systems nahtlos direkt auf dem Desktop des Host-Systems. Ab der Version 3.2 lässt sich Mac OS X unter VirtualBox betreiben.
[bearbeiten] Installation
Unter der Download-URL stehen Installation-Programme für verschiedene Betriebssysteme bereit.
[bearbeiten] Linux
Bei den meisten Linux-Distributionen ist die VirtualBox Open Source Edition als Paket enthalten. Unter Ubuntu wird ist die VirtualBox Open Source Edition mit einer Befehlszeile installiert.
Host ~$ sudo apt-get install virtualbox-ose
Besser ist es, die Standard-Edition von der Website herunterzuladen und zu installieren. Es gibt Pakete für die gängigen Distributionen. Beim Download des entsprechenden Paketes wird der Paket-Installer automatisch aufgerufen. Soll die Installation per Kommandozeile erfolgen, sind diese Befehle anzuwenden:
Host ~$ sudo apt-get install libqt4-opengl Host ~$ sudo dpkg -i virtualbox-*.deb
Es ist bei der Installation die Gruppe vboxusers anzulegen und Kernel-Modul zu kompilieren. Aufgerufen wird VirtualBox über den Befehl virtualbox, VirtualBox oder über das Menü Anwendungen, Systemwerkzeuge, VirtualBox. Per Default werden unter Linux alle virtuellen Maschinen im Verzeichnis ~/.VirtualBox gespeichert.
Host ~$ virtualbox
Oder
Host ~$ VirtualBox
Gibt es Probleme beim Start, stimmen eventuell die Zugriffsrechte nicht. Der Benutzer muss Mitglied der Gruppe vboxusers sein. Dies wird mit folgenden Befehl ermöglicht:
Host ~$ sudo adduser `id -un` vboxusers
Man muss sich anschließend ab- und wieder anmelden. Wenn danach die Zugriffsrechte immer noch nicht stimmen, hilft ein Reboot. Getestet wird die eigene Gruppenzugehörigkeit mit dem Befehl groups.
Host ~$ groups ... vboxusers
Nach einem Kernel-Update müssen die Kernel-Module von VirtualBox neu eingerichtet werden.
Host ~$ sudo /etc/init.d/vboxdrv setup
[bearbeiten] FreeBSD
Unter FreeBSD wird die VirtualBox Open Source Edition mit folgenden Befehlszeilen installiert.
Host ~$ pkg_add -r virtualbox Host ~$ cd /usr/ports/emulator/virtualbox Host ~$ make deinstall config install
[bearbeiten] MacOS X
Unter MacOS X wird das Installationsimage VirtualBox-*-OSX.dmg nach dem Heruntergeladen automatisch eigebunden. Man klickt auf das Icon VirtualBox, um sich den Inhalt des Images anzuzeigen. Zur Installation klickt man auf VirtualBox.mpkg. Es startet ein Wizard. Dabei ist dem Lizenzbedingungen zuzustimmen und die Festplatte als Ziel der Installation auszuwählen. Gestartet wird VirtualBox über das Icon VirtualBox im Application-Folder (Programme). Die Host-Taste (siehe unten) ist hier die linke Taste [cmd].
[bearbeiten] Microsoft Windows
Die Standard-Edition von VirtualBox lässt sich unter Microsoft Windows XP, Vista und 7 installieren. Man lädt die Datei VirtualBox-*-Win.exe herunter und startet sie. Die Einstellungen im Dialog Custom Setup sind nicht zu ändern. Zu beachten ist, das bei der Installation bestehende Netzwerkverbindungen unterbrochen werden. Nach der Installation wird VirtualBox über das Start-Menü, Alle Programme, VirtualBox aufgerufen.
Damit VirtualBox Portable auf einen USB-Stick verwendet werden kann, sind folgende Schritte notwendig. Von der URL http://www.vbox.me ist die Datei portable-virtualbox_v*-starter_v*-win_all.exe herunterzuladen und nach C:\vbox-portable zu extrahieren. Anschließend ist das Programm C:\vbox-portable\Portable-VirtualBox\Portable-VirtualBox.exe zu starten und das Button Installationsdatei von VirtualBox herunterladen anzuklicken. Nach dem Herunterladen ist das Programm zu beenden. Es ist ein USB-Stick mit einem Fassungsvermögen von mindestens 8 GByte zu stecken. Das Verzeichnis C:\vbox-portable ist auf den USB-Stick zu kopieren. Das kopierte Programm Portable-VirtualBox.exe ist auf dem USB-Stick zu starten. Es ist mit dem Button Suche Datei der Pfad zu der Datei VirtualBox.exe auf dem USB-Stick anzugeben. Weiterhin ist Entpacke die Datei für ein 32-Bit-System beziehungsweise Entpacke die Datei für ein 64-Bit-System zu aktivieren. Nun kann VirtualBox Portable vom USB-Stick mit Portable-VirtualBox.exe gestartet werden. Die damit angelegten virtuellen Maschinen werden auf dem USB-Stick gespeichert. Die virtuellen Maschinen können vom USB-Stick auf anderen PCs mit Microsoft Windows betrieben werden.
[bearbeiten] OS/2, eComstation
Für OS/2 und eComstation wurde eine ältere Version der Open Source Edition portiert. Eine Installationsanleitung findet man unter der URL http://www.akohl.net/os2/vbox/vbox.html.
[bearbeiten] Anlegen von virtuellen Maschinen
Für dieses Beispiel wurde Microsoft Windows XP als Gast-System ausgewählt. Das Anlegen von virtuellen Maschinen erfolgt mit einem Wizard. Dieser wird über das Icon Neu aufgerufen. Zuerst wird nach dem Namen der virtuellen Maschine gefragt (win-xp). Weiterhin ist die Betriebssystem-Vorgabe auszuwählen (Windows XP). Danach ist die Größe des Arbeitsspeichers zu definieren (512 MByte). In den nächsten Dialog-Fenster ist die Größe, Art und der Name der virtuellen Festplatte einzustellen. Es ist Boot Festplatte und Festplatte erzeugen zu aktivieren. Als Datenspeichertyp ist Dynamisch wachsendes Medium auszuwählen. Unter Ort wird der Pfad für die neue virtuelle Maschine vorgegeben. Der Name der angelegten virtuelle Maschine erscheint in der Liste. Um die virtuelle Maschine weiter zu konfigurieren, ist deren Name anzuklicken und die entsprechenden Optionen auf rechten Seite auszuwählen. Durch Anklicken von Massenspeicher beziehungsweise CD/DVD-ROM gelangt man in die Dialogbox zur Konfiguration von CD/DVDs. Unter Plattenspeicher ist die Installations-CD/DVD der virtuellen Maschine zur Verfügung zu stellen. Dazu ist CD/DVD-Laufwerk einbinden zu aktivieren und CD/DVD-Laufwerk des Hosts auszuwählen. Mit Passthrough aktivieren ermöglicht man der virtuellen Maschine den Zugriff auf das CD/DVD-Laufwerk des Host-Systems. Man startet die virtuelle Maschine und installiert das Betriebssystem. Die rechte [Strg]-Taste lässt die Maus das Fenster der virtuellen Maschine verlassen. Die Netzwerk-Konfiguration des Gast-Systems erfolgt per DHCP.
[bearbeiten] Virtual Appliances
Fertig installierte virtuelle Maschinen (Virtual Appliances) für VirtualBox lassen sich von der URL http://www.virtualboximages.com/vdi/index herunterladen. Für manche Downloads sind Gebühren von einigen Euro fällig. Es lassen sich auch virtuelle Festplatten von VMware und Virtual PC als Container unter VirtualBox verwenden. Man lädt dazu von den URLs http://www.vmware.com/appliances/ und http://www.microsoft.com/downloads/ (Suchwort: VHD) virtuelle Maschinen für VMware oder Virtual PC herunter und verwendet die entsprechenden VMDK- beziehungsweise VHD-Datei als Container unter VirtualBox. Dazu ist eine neue virtuelle Maschine anzulegen. Statt eine neue virtuelle Festplatte zu generieren, wird das VMDK-Image eingebunden. Die VMware-Tools sind im Gast-System zu deinstallieren.
[bearbeiten] Virtual Box Guest Additions
Es ist die Installation der Virtual Box Guest Additions zu empfehlen. Dies ist ein CD-Image mit diversen, für Virtual Box optimierten, Treibern. Damit lassen sich zum Beispiel höhere Bildschirmauflösungen einstellen. Ein weiterer Vorteil ist der unkomplizierte Wechsel des Maus-Zeigers zwischen dem Desktop und dem Fenster der virtuellen Maschine. Ein Drücken der [Strg]-Taste ist nicht mehr notwendig. Mit den Guest Additions wird der nahtlose Fenstermodus unterstützt (siehe unten). Nach einer Aktualisierung von VirtualBox müssen die Gasterweiterungen neu installiert werden.
[bearbeiten] Windows-Gastsysteme
Zur Installation der Virtual Box Guest Additions ist die virtuelle Maschine zu starten. Man wählt den Menüpunkt Geräte, Geräteerweiterungen installieren. Beim ersten Aufruf wird dieses CD-Image heruntergeladen. Steht das CD-Image zur Verfügung, wird es dem Gast-System als eingelegte CD dargestellt. Per Autostart wird das Setup-Programm aufgerufen und die Treiber werden installiert. Klappt der Autostart nicht, ist das Installationsprogramm VboxWindowsAdditions.exe manuell zu starten. Nach der Installation ist ein Neustart notwendig. Die virtuelle CD ist zu entfernen (Menü Geräte CD/DVD-ROM trennen). Anschließend ist die Bildschirmauflösung des Gast-System zu optimieren.
[bearbeiten] Linux-Gastsysteme
Für viele Linux-Versionen steht das Paket virtualbox-ose-guest-utils zur Verfügung. Es ist in dem Linux-System in der virtuellen Maschine zu installieren. Hier als Beispiel die Installation unter Ubuntu als Gast-System.
Gast ~$ sudo apt-get install virtualbox-ose-guest-utils
Steht ein entsprechendes Paket nicht zur Verfügung, müssen die Guest Additions kompiliert werden. Dazu sind diese Pakete notwendig:
Gast ~$ sudo apt-get install gcc make
Es ist der Menüpunkt Geräte, Geräteerweiterungen installieren auszuwählen. Dabei wird eine virtuelle CD-ROM in das Laufwerk eingelegt. Es ist in den Mountpoint zu wechseln. Unter Ubuntu ist dies das Verzeichnis /media/cdrom. Anschließend ist das Installationsprogramm zu starten. Nach der Installation ist die virtuelle Maschine neu zu starten.
Gast ~$ cd /media/cdrom Gast ~$ sudo ./VboxLinuxAdditions-x86.run Gast ~$ sudo reboot
[bearbeiten] Steuerung der laufenden virtuellen Maschine
[bearbeiten] Nahtloser Modus
Mit dem Nahtlosen Modus wird der Desktop der virtuelle Maschine in den Desktop des Host-Systems integriert. Dazu müssen die Virtual Box Guest Additions installiert sein. Man aktiviert beziehungsweise deaktiviert den Nahtlosen Modus über das Menü Maschine, Nahtlosen Modus oder mit der Tastenkombination [Host] + [L].
[bearbeiten] Sicherungspunkte (Snapshots)
Sicherungspunkte (Snapshots) speichern die Zustände der gesamten virtuellen Maschine (CPU, Speicher, Devices und beschreibbare Disks). Auf diese Weise können Änderungen am System rückgängig gemacht werden. Ein Sicherungspunkt wird in der laufenden virtuellen Maschine über das Menü Maschine, Sicherungspunkt erstellen... angelegt. Ist die virtuelle Maschine ausgeschaltet werden Sicherungspunkte unter dem Reiter Sicherungspunkte verwaltet. In der Dialogbox ist der Name des Sicherungspunktes und eine Beschreibung anzugeben. Leider unterstützt VirtualBox nicht die Wiederherstellung eines Sicherungspunktes im laufenden Betrieb der virtuellen Maschine, wie dies zum Beispiel QEMU ermöglicht. Deshalb ist das Gast-System zur Wiederherstellung des Zustandes eines Sicherungspunktes herunterzufahren. Unter dem Reiter Sicherungspunkte ist der gewünschte Sicherungspunkt mit der rechten Maustaste zu markieren und im Kontextmenü Sicherungspunkt wiederherstellen auszuwählen. Da Sicherungspunkte viel Speicherplatz benötigen, sind nicht mehr benötigte Sicherungspunkte zu löschen.
[bearbeiten] Konfiguration der virtuellen Maschine
Zur Konfiguration der virtuellen Maschine muss diese ausgeschaltet sein. Unter dem Reiter Details sind folgende Einstellungen möglich.
[bearbeiten] Allgemein
Es werden hier der Name der virtuellen Maschine, die Systemvorgaben und der Pfad zu den Sicherungspunkten angepasst. Weiterhin wird die gemeinsame Zwischenablage von Host- und Gast-System konfiguriert. Es ist möglich die Kopierrichtung der Zwischenablage einzustellen: Bidirektional, Host zu Gast, Gast zu Host und deaktiviert.
[bearbeiten] System
Der Hauptspeicher, die Boot-Reihenfolge, ACPI und IO-APIC sind unter dem Reiter Hauptplatine einstellbar. Unter dem Reiter Prozessor ist die Anzahl emulierten CPUs vorzugeben (SMP). Weiterhin ist PAE/NX aktivierbar. Mit der Physical Address Extension können 32-Bit-Systeme bis zu 64 GByte RAM adressieren. Besitzt das Host-System Prozessoren mit Hardware-Virtualisierungstechniken (Intels Vanderpool, AMDs Pacifica), lassen sich VT-x/AMD-V und Nested Paging aktivieren (Reiter Beschleunigung).
[bearbeiten] Anzeige
Unter dem Reiter Anzeige ist die Größe des Grafikspeichers änderbar. Es lässt sich die 3D-Beschleunigung aktivieren. VirtualBox unterstützt Fernwartungsfunktionen mit dem VirtualBox Remote Desktop Protocol (VRDP). Die Aktivierung erfolgt unter dem Reiter Fernsteuerung. Als Authentifizierungsmethode ist Gast vorzugeben, wenn der Zugang mit einem Passwort erfolgen soll. Damit man die virtuelle Maschine auch von anderen Rechnern im Netzwerk des Host-Systems erreichen kann, ist die unter Netzwerke als Verbindung Netzwerkbrücke auszuwählen. Gegebenenfalls ist die Firewall anzupassen. Mit einem Client für eine Remote-Desktop-Verbindung (RDPv5) verbindet man sich zu der IP-Adressen des Gast-Systems.
[bearbeiten] Festplatten, CD/DVD-ROM, Diskettenlaufwerk
Unter diesem Punkt lassen sich dem Gast-System weitere virtuelle Festplatten, CD/DVDs und Disketten hinzufügen. Dazu ist das kleine Icon mit dem Plus-Zeichen anzuklicken. Es lassen sich auch zusätzliche Controller aktivieren (SATA, SCSI). Neue Festplatten müssen im Gast-System partitioniert und formatiert werden. Unter Microsoft Windows XP ist dazu diskmgmt.msc aufzurufen.
[bearbeiten] Audio
Die Sound-Ausgabe lässt sich deaktivieren oder eine andere Soundkarte konfigurieren.
[bearbeiten] Netzwerke
Es lassen sich mehrere Netzwerkadapter einrichten. Bei Adaptertyp ist eine andere Netzwerkkarte auszuwählen, wenn das Gast-System Probleme mit voreingestellten Karte hat. Es gibt diese Netzwerktypen:
- Nicht angeschlossen: Das virtuelle Netzwerkkabel ist nicht angeschlossen.
- NAT (Default): Bei der Network Address Translation wird die interne IP-Adresse des Gast-Systems nach außen mit der IP-Adresse des Host-Systems abgebildet. Der interne DHCP-Server weist dem Gast-System automatisch eine IP-Adresse ab 10.0.2.15 zu. Auch wird das Routing über das bereitgestellte Gateway (10.0.2.2) definiert. Eine Netzwerkkonfiguration ist bei den meisten Betriebssystemen nicht notwendig und ein Zugang vom Gast-System nach außen ist sofort verfügbar. Die Firewall der Instanz blockt alle eingehenden Verbindungen in dieses virtuelle Netzwerk ab. Daher kann nicht von außen auf die virtuelle Maschine zugegriffen werden. Das Gast-System ist damit geschützt.
- Netzwerkbrücke: Die virtuelle Maschine erscheint wie ein zusätzlicher PC im Netzwerk. VirtualBox legt eine weitere Netzwerkkarte an, die eine Brücke zur Netzwerkkarte des Host-Systems schlägt. Im Gast-System ist eine statische IP-Adresse zu konfigurieren.
- Internes Netzwerk: Eine Kommunikation ist nur intern mit anderen virtuellen Maschinen möglich.
- Host-only Adapter: Die virtuelle Maschine greift direkt auf die Netzwerkkarte des Host-Systems zu und erhält die IP-Adresse vom DSL-Router oder Internetprovider. Das Gast-System ist nicht geschützt.
[bearbeiten] Serielle Schnittstellen
Besitzt das Host-System über serielle Schnittstellen, können diese dem Gast-System zur Verfügung gestellt werden. Dazu ist hinter Portmodus der Punkt Host-Schnittstelle auszuwählen.
[bearbeiten] USB
Damit das Gast-System auf USB-Geräte des Host-System zugreifen kann, ist USB-Controller aktivieren aktiv zu setzen. Für jedes dem Gast-System zur Verfügung gestellte USB-Gerät ist ein Filter zu definieren. Dazu klickt man auf das Icon mit dem Plus-Zeichen. USB-Geräte, für die kein Filter definiert wurde, aktiviert man in der laufenden virtuellen Maschine über das Menü Geräte, USB-Geräte.
[bearbeiten] Gemeinsame Ordner
Mit Gemeinsamen Ordnern wird ein Austausch von Dateien zwischen dem Host- und dem Gast- System unterstützt. Dazu müssen die Virtual Box Guest Additions installiert sein. Einen neuen Gemeinsamen Ordner fügt man mit dem Icon mit dem grünen Plus-Zeichen hinzu. Zur Sicherheit kann der Ordner einen Schreibschutz erhalten (Nur lesbar). Mit Permanent erzeugen steht der Ordner auch nach dem Neustart zur Verfügung. In der laufenden virtuellen Maschine aktiviert man einen Gemeinsamen Ordner über das Menü Geräte, Gemeinsame Ordner.
Unter Microsoft Windows XP als Gast-System wählt man im Explorer den Menüpunkt Extras, Netzlaufwerk verbinden. Rechts neben Ordner klickt man auf Durchsuchen. Unter VirtualBox Shared Folders wählt man den gewünschten Ordner aus. Unter Microsoft Windows 7 klickt man auf das Explorer-Symbol in der Task-Leiste. In dem Fenster klickt man auf Netzwerk und dann unter Computer auf VBOXSVR.
[bearbeiten] Die Menüs
[bearbeiten] Menü Datei
- Manager für virtuelle Maschinen: Hier werden virtuelle Festplatten und ISO-Images verwaltet. Es lassen sich auch die VMDK-Images von VMware einbinden.
- Appliance importieren: Eine virtuelle Maschine im Open Virtualization Format (OVF) wird importiert.
- Appliance exportieren: Eine ausgeschaltete virtuelle Maschine wird in das OVF-Format exportiert. Damit lassen sich virtuelle Maschinen auf andere Host-Systeme übertragen. Auch ein Austausch mit VMware Player 3 und VMware Workstation 7 ist möglich.
- Globale Einstellungen: Hier werden die Verzeichnisse für die virtuellen Festplatten und Konfigurationsdateien geändert. Weiterhin lässt sich die Host-Taste umstellen. Ist Auto-Fangmodus für Tastatur aktiviert, werden alle Tastatureingaben zu der virtuellen Maschine weitergeleitet, wenn deren Fenster aktiv ist. VirtualBox ist per Default so konfiguriert, dass es automatisch auf Updates prüft und eine Meldung bei Vorhandensein einer neueren Version ausgibt. Es lässt sich die Spracheinstellung ändern.
[bearbeiten] Menü Maschine
Über diese Menüpunkte wird die aktuelle virtuelle Maschine steuern. Die Menüpunkte ändern sich, wenn die virtuelle Maschine gestartet wird. Unter anderem lassen sich hier der Vollbildmodus [Host]+[F] und der Nahtlose Modus (de-)aktivieren. Weiterhin lassen sich Sicherungspunkte erstellen.
[bearbeiten] Menü Geräte
Dieses Menü wird nur bei laufender Maschine eingeblendet.
- CD/DVD-ROM einbinden: Legt eine virtuelle CD/DVD-ROM ein. Dabei handelt es sich entweder um ein Image es erfolgt ein Zugriff auf das Laufwerk des Host-Systems. Images müssen vorher im Manager für virtuelle Medien eingefügt worden sein.
- CD/DVD-ROM trennen: Entfernt die virtuelle CD/DVD.
- Diskettenlaufwerk verbinden: Legt eine virtuelle Diskette ein. Images müssen vorher im Manager für virtuelle Medien eingefügt worden sein.
- Diskettenlaufwerk trennen: Entfernt die virtuelle Diskette.
- Netzwerkadapter: Zieht das virtuelle Netzwerkkabel aus der Netzwerkkarte oder steckt es wieder.
- USB-Geräte: Ermöglicht den Zugriff auf USB-Geräte des Host-Systems.
- Gemeinsame Ordner: Konfiguriert Ordner, die vom Host- und Gast-System für den Datenaustausch verwendet werden.
- Fernsteuerung aktivieren: Aktiviert die Fernsteuerung mit VRDP.
- Gasterweiterungen installieren: Legt das CD-Image mit den Virtual Box Guest Additions ein.
[bearbeiten] Menü Help
Über diese Menüpunkte erhält man Hilfestellungen. Über Inhalt ist das Handbuch einsehbar. Weiterhin kann man VirtualBox registrieren und auf Updates testen.
[bearbeiten] VBoxManage, VBoxHeadless
VirtualBox enthält neben der GUI auch die Befehlszeilentools VBoxManage und VBoxHeadless. Meist verwendet man die Benutzeroberfläche von VirtualBox, um virtuelle Maschinen zu verwalten. Server haben aber keine Desktop-Umgebung. Mit VBoxManage verwaltet man virtuelle Maschinen auf der Kommandozeile. VBoxHeadless ermöglicht den Zugang zu den virtuellen Maschinen über eine Remote Verbindung. Zum Beispiel listet der folgende Befehl alle virtuellen Maschinen auf.
Host ~$ VBoxManage list vms
Eine virtuelle Maschine mit dem Namen win-xp wird wie folgt gestartet. Über RDPv5 verbindet man sich zu dieser Maschine.
Host ~$ VBoxHeadless -startvm "win-xp"
Hilfestellungen erhält man mit diesen Befehlen.
Host ~$ VBoxManage –help Host ~$ VBoxHeadless
Eine Anleitung findet man unter der URL http://www.howtoforge.de/blogroll/vboxheadless-–-virtuelle-maschinen-mit-virtualbox-3-1-x-auf-einem-debian-lenny-server/. Die Befehlsübersicht findet man im VirtuelBox User Manual.
[bearbeiten] Die Bibliothek libvirt
Website: http://libvirt.org
libvirt ist eine Schicht zwischen Virtualisierungssoftware und Management-Tools. Damit ist die Entwicklung von Management-Tools für alle Virtualisierungslösung, die diese Bibliothek unterstützen, möglich. Die Bibliothek libvirt unterstützt ab der Version 0.7 QEMU, KVM, VirtualBox, VMware ESX, Xen, LXC Linux Container System, OpenVZ Linux Container System, und User Mode Linux. libvirt wird als Open Source veröffentlicht. Für verschiedene Linux-Distributionen könne entsprechende Software-Pakete installiert werden. Die Bibliothek lässt sich mit Cygwin und Mingw auch unter Microsoft Windows compilieren. Weitere Informationen findet man unter den URL http://qemu-buch.de/d/Managementtools/_libvirt-Tools. Hier ein Beispiel für eine Remote-Verbindung per SSH zu einem VirtualBox-Computer mit dem Namen pluto und dem Benutzer ich.
~$ virsh -c vbox+ssh://ich@pluto/session
[bearbeiten] Weiteres
Anleitungen zum Konvertieren von virtuellen Festplatten unterschiedlicher Virtualisierer und Emulatoren findet man unter der URL http://qemu-buch.de/d/Speichermedien/_Festplatten-Images_anderer_Virtualisierungssoftware. Einige nützliche Tools werden im Anhang erläutert (siehe http://qemu-buch.de/d/Anhang/_Nützliche_Tools). Dieser kurze Überblick dient auch dazu, sich bei weniger bekannten Gast-Systemen zurechtzufinden. Benötigt man spezielle Funktionen, wie zum Beispiel Live-Migration, Emulation anderer Prozessoren, API-Emulation, Injektionen von Hardware-Fehlern, Debugging und freie Vorgabe der Systemzeit, ist QEMU (zusätzlich) einzusetzen.